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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 169

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 169 (sequence 181)
Language
German
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Löwinger, Der Windgeist Keteb. 169 Hexen heraufbeschwören. Im Wirbelwinde drehen sich die Hexen. Man soll ein großes Messer oder einen geheiligten Rosenkranz hineinwerfen und sagen: a szen töris törgyön meg (der Frevel vernichte dich?). Bei dieser Gelegenheit kann man die Hexe auch sehen. Man binde ein Tuch um die Hand und der Wind legt sich1). Man kann den Teufel im Wirbelwinde sehen, wenn man durch das linke Ärmelloch hineinblickt2). In einer anderen Gegend läßt man die Hexe im Wirbelwind auf einem Strohsessel sitzen. Wer dies sieht, hole schnell ein Sieb, schaue durch dieses in den Wind und er wird die Hexe gleich erkennen3). Wenn die Hexen miteinander zanken, entsteht ein Wirbelwind. Springt man in den Wind, so wird man in die Höhe gehoben; springt man aber barfuß hinein, sieht man die Hexe4). Ein Kind, das mit Zähnen zur Welt kommt, wird in Ungarn tältos genannt und hat schon im Alter von sieben Jahren die Kraft, nebst anderem Unheil zu stiften, auch Winde und Gewitter zu machen5). Übrigens braucht man, um Wind zu erzeugen, bloß einen Besen zu verbrennen. Offenbar darum, weil Besen und Hexen beinahe identische Begriffe sind6). Im Mythos der Vogulen wird der Wirbelwind Windgott genannt7) und die brasilianischen Camancans schreiben die Gewitter den Seelen der Verstorbenen zu8). Die Papuas nennen das Gewitter machende Gespenst Salinik. Sie speien aus, um seine Kraft zu brechen9). Wollen wir nun die gemeinsamen Motive zusammenfassen, so ist in erster Reihe zu beachten, daß der personifizierte Wirbelwind behaart gedacht wird, daher sä'ir, das sowohl haarig (Gen. 27,11), wie auch Ziegenbock bedeutet, welcher bei den Griechen den Pan darstellte, zugleich als Dämon aufgefaßt wird. Im Piut zu Schabuoth wird er D^JD VY»JW 3täp genannt. 1) Ethnographia 1910, V, 290. 2) Das. 1916, 40. 3) Das. XXI, 1. 28. 4) Das. 1914, 319. 5) Das. 315. 6) Am Ur-Quell 1896, 66. 7) Ethnographia 1909, II, 92. 8) Lippert, a. 0. I, 33.173. 9) Ztschr. f. Ethnol. 1876,197; 1874, 93. 295.

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