Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 175)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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L ö w i n g e r, Der Windgeist Keteb. 163 Diese Böcke aber sind Dämonen, die sich an wüsten Stellen gerne aufhalten1). Dämonen s'lrlm, Moreh III, 46. Zu Dt. 32,2 tradiert R. Juda im Namen Rabs, dieses Ü^-WiB bedeute den Ostwind, der die ganze Welt wie der säir bewegt. Dieser säir ist nach Raschi ein Dämon, b. bathr. 25». An anderem Orte wird der Ost-, nach Toßaf. der Südwind einfach fi^Ttö genannt, Gil. 31 *>, Toßaf. Tw. «"HIB. Ps. Jonath. zu Lev. 9,3 läßt auch den Satan einem Ziegenbock ähnlich sein. "rriZD &np3 ^TEipn die Urschlange heißt Ziegenbock, bei Eisenmengek, Entd. Judent. I, 825. R. Jehuda der Fromme meint, die Dämonen heißen darum s'irim, weil die männlichen behaarte Köpfe haben, die weiblichen hingegen kahle. Daher legte Boas seine Hand auf das Haupt der Ruth. Als er sah, daß sie Haare am Kopfe hatte, da fragte er: Wer bist du meine Tochter? Sefer Chassldim 1155, Sohar I, 169^"»TD Dnb -p» D^lön. Die Dämonen haben keine Haare, Tanch. Bö Buber 25b. Die Ägypter — so erzählt der Verfasser des Sohar — bestiegen hohe Berge, wo sie Opfer darbrachten, daon Gruben öffneten, die sie mit dem Blute der Opfer umgaben. Das übrige Blut gössen sie in die Gruben und legten darauf das Fleisch. Da kamen die Dämonen, die wie Böcke aussahen und ganz behaart waren. Von diesen konnten sie dann alles, was sie wollten, erfahren III, 70a. Sie hatten zur Erforschung der Zukunft noch ein anderes Zaubermittel: Sie pflanzten einen Baum zur Zeit, die ihrer Zauberkunst am besten entsprach. Nach einem Jahre schnitten sie den Baum ab, um damit Zauber zu treiben. Da kam ein Dämon, setzte sich auf den Wipfel des Baumes, sprang und tanzte dort wie ein Bock und enthüllte die Zukunft. Daher das Verbot in Lev. 17,7; Sefer Chaß. a. O., Jalk. Chad. D^STDD 54. [Eine rationelle Erklärung der Bocksverehrung bei Mückle, D. Geist der jüd. Kultur 280. Grunwald.] 1) J. Esra zu Dt. 32, n, Ps. 106,37 leitet D"Hiö von Ivo ab, weil sie den Verstand rauben. Menasse b. Israel verbindet das Wort mit tTTJü, weil sich die Dämonen am Felde aufhalten, Nischm. Chaj. III, 12. Daß die Dämonen auf dem Felde hausen, hätte Men. b. Isr. aus der h. Schrift beweisen können. Lev. 17, 5-7 wird nämlich das Opfern auf dem Felde verboten, damit man nicht mehr die Opfer den Se'irim darbriDge. Sie müssen also auf dem Felde wohnend gedacht worden sein. Auch Tosaf. Meg. 3» s.v. "p^^n ist von tmiü auf dem Felde die Rede. Stave, Uber den Einfluß des Parsismus auf das Judent. 242, behauptet, D"*TO habe ursprünglich „Herren" bedeutet und stamme von ab. Nachmani läßt sogar den Ziegenbock, der am Versöhnungstage dem Azazel in die Wüste geschickt wurde, dem Dämon zum Geschenke machen, weil alle Wüsten zu seinem Reiche gehören, er Urheber aller Unglücksfalle ist, der sich Amalek zum Volke erwählte, von den Tieren sich die Ziegenböcke behielt und die Dämonen, die bei den Lehrern pp^TTO (Übeltäter), in der h. Schrift D^T^lD heißen, unter seine Herrschaft brachte. Lev. 16, io; MS. 42, 242; Ps. Jonath. ergänzt auch z. St. miTOn mit 8im 11*