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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 154

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 154 (sequence 165)
Language
German
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154 Paul-Schiff, Teilnahme d. öst.-ung. Juden am Weltkrieg. tot gelten kann. Die Gesamtsumme erhöht sich dadurch auf 722 und zwar lediglich beim k. u. k. Heer und bei der k. k. Landwehr. Dazu kommt der österreichische Landsturm, sowie die gesamten Honveds. — Von ersterem sind im ganzen 140, von letzterem 800 Offiziere als „gefallen" verzeichnet. — Das Verhältnis der jüdischen Offiziere beim österreichischen Landsturm dürfte identisch mit dem beim k. u. k. Heer sein, hingegen ist ihr Anteil bei den Honveds erheblich höher; bildete er doch bei einzelnen Truppenkörpern stellenweise die Majorität. — Es ist somit keinesfalls zu hoch, eher zu niedrig gegriffen, wenn man den Anteil der jüdischen Offiziere bei den Honveds mit einem Drittel, d. i. mit ca. 270 annimmt, so daß die Gesamtzahl der gefallenen, beziehungsweise gestorbenen Österreich-ungarischen Offiziere jüdischen Glaubens keinesfalls weniger als 1000 betragen dürfte, wodurch der prozentuelle Bevölkerungsanteil erheblich überschritten erscheint. — Eine zweite Teilarbeit galt der Ermittlung jener Offiziere, welche mindest mit dem Eisernen Kronenorden III. Kl. beteüt wurden; ihre Gesamtzahl betrug 8720, hiervon gehört der überwiegende Teil dem Berufsstande an. — Von den bei Kriegsbeginn im k. u. k. Heere und der k. k. Landwehr befindlichen ca. 80 jüdischen Truppenoffizieren wurden 38, also die Hälfte mit dem Eisernen Kronenorden oder höheren Orden ausgezeichnet. Als Vergleichsmaterial konnten aber für die Juden nur die Reserveoffiziere dienen, nachdem über 90% aller jüdischen Offiziere Reserveoffiziere waren; bei diesen ist die Verhältniszahl der Juden 7,22%, nicht eingerechnet die Landsturm- und die Honvedoffiziere, mit deren Einrechnung der Prozentsatz ganz erheblich steigen würde1). Im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse Österreich- 1) Es bedarf keines Hinweises, daß die Kriegsdekorationen, auch solche „mit Schwertern", wie sie an hohe Generale und andere nicht an der Front kämpfenden, höhere Offiziere verliehen wurden, nicht als Maßstab für Tapferkeit gelten können. Nichtsdestoweniger wurde diese Statistik erhoben, weil es sich bei den jüdischen Offizieren fast ausschließlich um Subaltern-Truppenoffiziere der Reserve handelt und weil diese Auszeichnung mit seltenen Ausnahmen als die höchste angesehen werden kann, die an Reserveoffiziere verliehen wurde.

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