Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 164)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Paul-Schiff, Teilnahme d. öst.-ung. Juden am Weltkrieg. 153 Um allen Einwänden bezügl. Front- und Hinterlandsdienst im vorhinein zu begegnen, wurden aus der erwähnten Gruppe nur die Gefallenen oder infolge von Verwundung oder Erschöpfung gestorbenen Offiziere verzeichnet. Daß diese Ermittlung den allgemeinen Anteil der Juden an den blutigen Verlusten (Offiziere und Mannschaft) nicht erfassen sollte, sei ausdrücklich betont. Stellten doch die Juden verhältnismäßig eine weit größere Zahl von Einjährig-Freiwilligen, aus welchen eben die Offiziere stammten, so daß in Österreich-Ungarn (im geraden Gegensatz zur Friedenspraxis im deutschen Reich) ihr Anteil am Offizierskorps weit größer war, als ihrem Anteil an der Bevölkerungszahl entsprach. Daß aber der Offiziersverlust nicht mit dem Mannschaftsverlust auf eine Stufe gestellt werden darf, bedarf keines Hinweises. Sicherlich ist es nicht dasselbe, ob ein tausend Mann starkes Bataillon von den Tausenden von aufgestellten Bataillonen eines Kriegsheeres vernichtet wird, oder ob es sich um den Verlust von tausend Offizieren handelt. — Aus diesem Grunde sah man auch davon ab, Intelligenzkorps zu bilden. — Ebenso wie nach dem deutsch-französischen Kriege 1870 mit Recht darauf hingewiesen wurde, daß gerade Deutschlands Intelligenz mehr Opfer als jene anderer Länder gebracht hatte, so darf das Gleiche von der jüdischen Intelligenz Österreich-Ungarns im Weltkriege behauptet werden, welche durch ihre übergroße Beteiligung an Kombattanten, Offizieren und Offiziersaspiranten, sowie durch seine besonders große Beteiligung an Sanitätsoffizieren die allergrößten Opfer gebracht hat. — Aus den offiziellen Verlustlisten sind 501 gefallene, bezw. infolge Verwundung oder Erschöpfung verstorbene Offiziere jüdischer Konfession, das sind 6,78% der Gesamtzahl der Offiziere der erwähnten Kategorien, ermittelt. — Der jüdische Bevölkerungsanteil der Monarchie war ca. 4%. Tatsächlich waren aber die Verluste viel höher. Waren doch nach den Grundbuchsblättern allein 625 gefallene, bezügl. infolge Verwundung oder Erschöpfung verstorbener Offiziere ermittelt, während 387 als „vermißt" bezeichnet werden, von welch' letzteren gering gerechnet ein Viertel vermißt geblieben ist und somit als