Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 131)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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* Goldschmidt, Zeena ureena. 121 Provinz Kanaan einkaufen mußten, sich schließlich einstellten. D*Wt tpl* &WI Joseph sah seine Brüder und erkannte sie. Da er fürchtete, daß auch sie ihn erkennen und sich schämend ihn meiden würden, kleidete er sich in fremde Gewänder, verhüllte sich das Angesicht und sprach mit ihnen harte Worte: Woher kommt ihr? Aus Kanaan. Jetzt erst, nachdem Joseph noch gehört, mit welchen Namen sie sich gegenseitig nannten, und er ohnedies den Blick geschärft, da er sie erwartet hatte, erkannte sie untrüglich als seine Brüder. Daher noch einmal: fitf tpV 1^1 Joseph erkannte seine Brüder. tiTVOil tih DH1 Doch sie erkannten ihn nicht. Sie konnten unmöglich ahnen, daß'der mächtige Herrscher mit dem fremden Namen, der vor ihnen stand, ihr Bruder sei, den sie als zarten, bartlosen Knaben verlassen. Der Midrasch deutet: Joseph erkannte seine Brüder — in ihm regte sich das brüderliche Gefühl der erbarmenden Liebe, doch sie erkannten ihn nicht; sie hatten damals, als sie ihn verkauft, sich jener heiligen Regung entschlagen. JTID^nn ilX £]DT* "DPI Und Joseph gedachte der Träume. Als seine Brüder sich vor ihm bückten, drängte es sich ihm auf, daß die Verwirklichung seiner Träume nun vor sich gehe. DfiK D^IQ DiT^tf Tütifi Und er sprach zu ihnen: Kundschafter seid ihr. Der Midrasch erzählt: Joseph gab Befehl, an allen Toren der Stadt jeden Eintretenden nach seinem Namen und dem seines Vaters zu fragen. Als sie so die Mitteilung über die Namen der Brüder, die auf Geheiß ihres Vaters durch zehn verschiedene Tore eintraten, vor Joseph gebracht hatten, befahl er, alle Vorratshäuser bis auf eines zu schließen und die Brüder, wenn sie dort einträfen, vor ihn zu bringen. Als sie sich jedoch nach drei Tagen nicht eingefunden hatten, ließ er sie in der Stadt suchen und man fand sie auf dem Sklavenmarkt, wo sie Joseph zu finden hofften. Man brachte sie vor ihn und er nahm seinen Becher, aus dem er weissagte, und sprach: Mein Becher sagt mir, daß ihr Kundschafter seid; er läßt mich auch wissen, daß zwei von euch einst die Stadt Schechem verwüstet und ihre männlichen Einwohner getötet haben. Da erschraken die Brüder und sprachen: Unser Vater hat uns alle geschickt, weil die Wege wegen der Hungersnot unsicher sind. Doch als Joseph darauf