Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 127)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Goldschmidt, Zeena ureena. 117 frech geraten hatten, den Tempel zu zerstören und dessen Priester hinzuwürgen, ,,und diese Priester", sagte er sich reuevoll, „hätten mir gewiß die Träume und deren Deutung mitteilen können". njHS^ DW1K ptt Niemand vermochte sie dem Pharao zu deuten. Er hatte die Träume sowie deren Deutung geträumt, letztere jedoch vergessen. Keine der Auslegungen, die auf sieben Töchter, die ihm geboren werden und wieder sterben sollten und anders lauteten, konnten ihn befriedigen. Die Lösung des Rätsels war erst Joseph vorbehalten, der dadurch seine Freiheit und die Herrscherwürde erhalten sollte. Damian vnj? iju una um Dort war bei uns ein ebräischer Jüngling, Knecht des Obersten der Köche. Die Darstellung des Mundschenks wird verschieden gedeutet. Er setzte böswillig, so ist eine Meinung, Joseph herunter, damit er nicht zur Würde gelange und ihn dann seines Vergessens halber bestrafe, oder daß ihm der König nicht zürne, daß er die Existenz eines so weisen Mannes so lange verschwiegen. Er ist ein noch junger, unerfahrener Mensch, ^UJJ ein Hebräer, der unsere Sprache nicht versteht, ein Knecht, der nach dem Gesetze niemals zu einer Herrscherwürde gelangen kann. Nach anderer Deutung jedoch sprach der Mundschenk zwar zu Josephs Gunsten, nämlich: Er ist, obgleich noch jung, so weise; er muß also prophetischen Geist besitzen; '■"HJ? einer der Hebräer, die niemals Blendwerk und Zauberei treiben. "DJ? ein Knecht; er hat also aus eigenem Geiste sein Wissen geschöpft, kein Großer des Reiches, der es aus den Mysterien der Priesterkaste errungen haben könnte, DVDBn *wb auch von seinem Herrn, dem Obersten der Köche, wird er es schwerlich gelernt haben. UNI p ItfiftO Wie er es uns gedeutet, so geschah es. Die Verwirklichung des Traumes soll sich nach der Deutung richten. Es wird erzählt, daß Rabbi den Traum einer Frau, ein Balken ihres Hauses sei zerbrochen, dahin ausgelegt habe, daß sie einen Sohn gebären werde, dem ein langes Leben beschieden sei und es erfüllte sich. Ein anderes Mal, als sie denselben Traum den Schülern des Rabbi vorlegte und diese ihr deuteten, daß ihr Gatte, die Stütze des Hauses, sterben werde, traf auch