Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 124)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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114 Goldschmidt, Zeena ureena. du meiner gedenkest und mich herausbringst", die er an diesen gerichtet, zwei Jahre länger im Kerker schmachten. DX *Ü WH ürfm Außer dem Brote, das er aß. Potiphar ließ ihn über alles schalten, außer über sein Weib, das Brot, seinen Lebensodem. — Nach andern setzte er ihn über alles, nur über die Verteilung des Brotes nicht, da es den Mizrim ein Greuel ist, mit Fremden Brot zu speisen (siehe 43, 32). Eine weitere Meinung: Potiphar sah Joseph nur Brot, keine Leckerbissen essen, obgleich alles unter seiner Leitung stand, IKfi nö^'CjDT» Wl Joseph war schön von Gestalt und Ansehen. Der Midrasch erzählt: Nachdem Joseph sah, wie hoch er bei seinem Herrn stand, erkaltete die Sehnsucht nach seinem um ihn trauernden Vater, die Lebensfreude kehrte wieder bei ihm ein und das Bewußtsein seiner leuchtenden Schönheit machte sein Herz höher schlagen. Da sandte ihm die Vorsehung, die das Schicksal der Menschen zu ihrem Heile lenkt, die Versuchung mit Potiphars Weib, die mit seiner Einkerkerung endigte. WIK JWK TütiM }NQV1 Er weigerte sich und sprach zum Weibe seines Herrn. Auch sie war seine Herrin und dennoch stellte er die Gottesfurcht vor die der Menschen. Der Midrasch erzählt: Als er der Versuchung beinahe erlegen war, erschien ihm warnenden Antlitzes sein Vater, ihm vorstellend, daß, wenn er hier unterliege, sein Name einstens nicht mit denen seiner Brüder auf dem Brustschilde des Hohenpriesters glänzen werde. B^rbtib Vltftarn und soll ich sündigen gegen Gott. — Wenn auch kein Mensch uns belauscht, Gott, der Allgegenwärtige, würde unsere Missetat schauen und sie ahnden. — Drei sind es, deren Tugend besonders feststeht. Wer von allen seinen Gütern gewissenhaft den Zehnten gibt; wer den Versuchungen der geschlechtlichen Lüste beharrlich widersteht, und der Bedürftige, der das ihm anvertraute Gut ehrlich verwaltet. — So Joseph, der unter dem sittenlosen Volke der Mizrim seine Reinheit und Keuschheit bewahrte. — Das Weib Potiphars, berichtet der Midrasch, sah in den Sternen, daß der Vereinigung von Joseph und ihrer Eamilie Nachkommen entsprießen werden, deutete dies fälschlich auf sich und wußte nicht, daß Joseph einst ihre Tochter Osnath heimführen werde.