Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 120)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2638044-2638085-2638086--2597-2639971- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
110 Grunwald, Das „Lernen". Städtchen zurück, um dort im Bethhamidrasch ganz ungestört zu lernen. Man war dort unbekannt und wurde durch nichts abgelenkt. Ein anderer war es müde, man kann nicht sagen satt geworden, auf der Jeschiwah zu hungern. Er ging in ein Nest, wo er wenigstens hoffen durfte, nicht darben zu müssen. In einem dritten regte sich der Drang nach weltlicher Bildung. Noch hatte er nicht den Mut und die Kraft, mit der Vergangenheit zu brechen. Geistig steckte er noch zu tief in ihr und materiell war er auf das Beth-hamidrasch und die ,,Tägu angewiesen. Ertappte man ihn bei verbotener Haskala-Lektüre und verlor er die „Täg", dann ging auch er in ein kleines Städtchen, dort weiter zu lernen. Diese zugereisten „Lerner" in den kleinen Ortschaften trugen ständig weiter den Namen „Jeschiwa-Bachur", auch wenn am Orte keine Jeschiwah und kein Schiur gehalten wurde, der Bachur nur für sich allein lernte. Unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen im europäischen Osten hat sich freilich vielfach eine tiefgreifende Umgestaltung des jüdischen Unterrichtswesens in den dortigen Gemeinden vollzogen. Anmerkung zu S. 99 Z. 27: vgl. maqre dardeqe (Qidd. 30a; {i.ixpo8t8axTixoc.