Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Wiesner, Die Wertung der Geschlechter. 97 irgendwelchen superstitiösen Gebräuchen zum Schutze des Neugeborenen, die bei dieser Gelegenheit vorgenommen worden wären, ist uns aus jener Zeit noch nichts bekannt. Diese Wochenbesuche bildeten einen integrierenden Teil der jüdischen Sitte1), welche die römischen Machthaber zeitweilig strenge untersagten und zu stören suchten, was von den Lehrern sehr schmerzlich empfunden wurde2). In Übereinstimmung mit anderen Völkern3) finden wir auch bei den Juden die Sitte des Pflanzens von Bäumen bei der Geburt von Kindern. So bestand in Bethar der Brauch, bei der Geburt eines Knaben eine Zeder (WIK), bei der Geburt eines Mädchens eine Pinie WWYin zu pflanzen. Aus dem Holze dieser Bäume wurde bei der Hochzeitfeier der Kinder das Trauzelt angefertigt4). Wenn R. Jose, auf seine fünf Söhne hinweisend, sagt, ich habe fünf Zedern gepflanzt, so kann dies auch wörtlich gemeint sein5). 1) Löw, Lebensalter S. 89. 2) B. bathia 60b, Tosephta Sotah 15,10 3221*. 3) Ploss, Das Kind, 2. Aufl. I, S. 78. 4) Giiün 57 a. 5) Sabbath 118 b, vgl. Jer. Jebamoth 1,1, Gen. r. 85, 5. Auf diese Stelle machte mich Prof. Aptowitzer aufmerksam. Grunwald, Jahrb. f. jüd. Volksk. II. 7