Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiesner, Die Wertung der Geschlechter. 87 selbe Frage im Lehrhause diskutieren, diesmal aber eine von der früheren abweichende Ansicht äußern. Während sein Freund Wohltätigkeitshandlungen als ein den angestrebten Zweck förderndes Verdienst empfiehlt, schreibt er selbst der gesteigerten heiteren Gemütsstimmung der Frau einen nach der gewünschten Richtung bestimmenden Einfluß zu1). Im Sinne R. Josua b. Chananjas äußert sich auch der um ein Jahrhundert spätere R. Josua b. Levi. „Wer sich die Übung der Wohltätigkeit zur Gewohnheit macht, dem werden mit Weisheit und weltlichen Gütern gesegnete Söhne beschieden sein2). R. Jochanan fordert die eheliche Enthaltsamkeit schon vor Eintritt der gesetzlich verbotenen Zeit, ferner das Sprechen der Habdalah-Benediktion am Ausgange des Sabbates außer der Einschaltung im Gebete noch bei weingefülltem Becher. Der bereits genannte R. Josua b. Levi schließt sich dieser Meinung an und fügt hinzu, daß alsdann geistig hochstehende, zu Entscheidungen in religiösen Fragen befähigte Söhne erwartet werden dürfen3). Nach der Meinung eines Lehrers hat die Übung der Tugend der Gastfreundlichkeit die Belohnung mit Söhnen zur Folge, wobei darauf hingewiesen wird, daß Laban und Jethro erst dann Söhne bekam, als ersterer Jakob, letzterer Moses gastfreundliche Aufnahme gewährt hatte4). R. Tanchum stellt dem Junggesellen, der freiwillig zur Besoldung der Schullehrer beiträgt, nach seiner Verheiratung männliche Kinder in Aussicht5). Außer dem bisher Angeführten begegnen wir auf diesem 1) B. bathra 10b. 2) Daselbst 9 b unten. 3) Schebuoth 18 b. — R. Jochanan betont auch sonst die Pflicht des Dian by nSisn mit großem Nachdrucke, so Jer. Berach. V, 2, b. Berach. 30 a, vgl. auch seinen Ausspruch Berach. 51a unten. 4) Gen. r. 73,12, Nu. r. 20,19, Tanch. B. Balak 17, Tanch. (Wien) S. 63b und 234b. 5) Pesikta B. 75b, Lev. r. 27,2, Nu. r. 14, 2, Tanch. B. Emor 10. — Dunkel ist der Ausspruch eines Lehrers: wer sein Bett zwischen Norden und Süden stellt, wird Kinder männlichen Geschlechtes bekommen. Berachoth 5b. Siehe PREUSS, Bibl.-Talm.-Medizin S. 453. Daselbst ist zu berichtigen, daß der Autor des Ausspruches nicht Aba Benjamin, sondern R. Jizchak ist.