Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Wi e s n e r, Etwas üb. Kinderlosigkeit u. Kinderreichtum usw. 79 Präsentanten zahlreicher Kinder galten auch Kain und Achab, auf welche Koh. VI, 3 bezogen wurde1). Jeremia betrauert den Untergang Jerusalems nicht allein als einer reichbevölkerten Stadt (DJJ rni), sondern als einer Stadt, welche darauf bedacht war, zahlreich an Volk zu werden (DJJ '•Hll). Der erstrebte Kinderreichtum wurde dadurch erzielt, daß man Mann und Frau, die verschiedenen Altersstufen angehörten, miteinander verheiratete. So kam es, daß ein Mann im Alter von 26 Jahren schon auf Kind und Enkelkind blicken konnte2). Die Zahl der Nachkommen Rechabjahs, des Enkels Moses, übertraf die des ganzen Volkes Israel3). Noch glänzender ist die Perspektive für die Fruchtbarkeit Israels in der Zukunft. R. Gemaliel II. trug seinen Schülern vor: Einst wird die Frau täglich gebären, denn es heißt: „Schwangere und Gebärende zugleich" (Jeremia 31,7). Ein Schüler lächelte höhnisch-ungläubig und bemerkte, daß es doch heißt: es gibt nichts Neues unter der Sonne (Koh. I, 9), worauf der Lehrer auf die Henne hinwies, die täglich ein Ei legt4). Ein späterer Lehrer folgert aus Psalm 45,17, daß dereinst jedem Einzelnen von Israel soviele Kinder beschieden sein werden, wie Israeliten aus Ägypten gezogen sind5). Ein anderer Lehrer will jedoch den künftigen Reichtum an Kindern nur auf die Frommen (O^TC) beschränkt wissen, und selbst bei diesen nur auf vier oder fünf Kinder im Jahre6). 1) Koh. r. VI, 3, Esther r. I zu nnn nwz. Midrasch Sam. Kap. II. 2) Sanhedrin 104a, s. Rasi, Echa r. zu I, 1, Jalkut § 1003. 3) Berachoth 7 a unten. 4) Sabbath 30b, vergl. Midr. Tehillim 45, 7, Jalkut Tehfflim § 750 Ende, Beth Hamidr. Jellinek III, 77. 5) Mechiltha Jethro 63a, Tanchuma 33b, Midr. Tehillim 45,7. 6) Agadath Schir haschirim, Ausg. Schechter S. 19.