Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2638044-2638085-2638086--2558-2639932- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
72 Grunwald, Zur Geschichte der Marranen. sidenten im Westphälischen Crayse ernennet hätten, und wolten ihn allerdings admittiret wissen. In der am 31. Mart. notificirte E. E. Rath der Bürgerschafft abermahl : Daß der Herr Resident Lincker starck auf eine Resolution dringe. Die Bürgerschafft antwortete: Sie könnte nicht darein willigen, daß Texeira als ein zweyter Resident hier wohnete; Welches E. E. Rath bey Ihro Majest. abzulehnen trachten solte. E. E. Rath erwiederte: Wie Er solches schon, jedoch ohne Effect, gethan hätte, und dannenhero fürchtete: Daß diese Resolution nichts gutes nach sich ziehen werde; Ersuchte also die Bürgerschafft, sich anders zu erklären. Dieselbe aber blieb bey ihrem Beschlüsse. Beneke bringt nicht viel. — In den Geschichten und Sagen S. 312, Königin Christina von Schweden (1654), heißt es von ihr: Sie nahm ihre Herberge in dem Hause ihres Agenten, des reichen Portugiesischen Juden Emanuel Texeira hinter der neuen Michaelis-Kirche, am Krayenkamp —und S. 328/29, Vom Christinenpförtchen (1667): Im Jahre 1667 lebte hierselbst (wie früher schon) die Königin Christine von Schweden, nachdem sie zum katholischen Glauben übergetreten war. Sie wohnte an jener Stelle am Krayenkamp in einem großen Hause, das sie von ihrem Agenten Texeira gekauft hatte. Bei der letzten Erzählung handelt es sich um den Tumult, der durch ein Bankett hervorgerufen worden war, bei welchem das Haus der Königin durch ein Transparent erleuchtet war, mit der Inschrift: es lebe Papst Clemens IX. Als der Pöbel das Haus spolierte, flüchtete sie durch das sogenannte (seitdem) Christinenpförtchen zu ihrem Residenten Moller, der am Speersort wohnte. (Dieser Durchgang existiert heute noch). Nachtrag zu oben S. 1 Anm. 1: Dieses Volkslied (AI pasar por tu puerta) — bringt H. H. Ewers, Mit meinen Augen S. 15. An altjüdische Vorstellungen klingen auch die in anderen dort angeführten Liedchen gebrauchten Bilder an vom Blick der Geliebten, der sich wie ein Nagel ins Herz bohrt, und von den Gebeinen, die sich im Grabe bewegen, wenn von dem Toten gesprochen wird. Zu S. 13 Anm.: Meister Joh. Dietz, Memoiren, hrsg. v. E. Consentius, S. 192 erzählt, daß ein Herr, ein General, mit Man. T. u. a. „um ganze Haufen Gold" spielte, auch mit ihm speiste, wobei T. die Speisegesetze gewissenhaft zu beobachten bemüht war. T. kam in Begleitung von vier bis fünf Dienern. Dietz behebt (S. 198) in T.'s Bank Gold. „Da ich in die großen Zimmer kam, bin ich erstaunet über alles Gold, so in großen Säcken und Kästen sortieret da stund." [Das. auch (55. 75. 77. 323) über die Juden und die Erstürmung Ofens.]