Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Zur Geschichte der Marranen. 69 S. 11. Wie Isaque Senior Teixeira mitteilt, bereitet es ihm viele Sorge, daß ein Abgesandter des Kaisers hier eingetroffen ist, um verschiedene Dinge mit dem hohen Senat zu erörtern und, wie er gehört habe, auch Angelegenheiten seines seligen Vaters zur Sprache zu bringen. Aus diesem Grunde habe er seine hiesigen Depots und Interessen auf Namen eines anderen umschreiben lassen. Er mache hierauf aufmerksam, damit das auf seinen Namen stehende Grundstück der Gemeinde auf Namen eines anderen geschrieben werden kann. Der Vorstand will hierüber beraten und ihm Antwort zukommen lassen. 15. Adar II 5426 (1666) .. . S. 28 .. . Vorstand bewilligt es unter einer Bedingung, aber Teixeira erwidert, er wolle vorläufig in der Sache, die bereits öffentlich bekannt geworden, nichts unternehmen . . Über die Teixeiras sind die angeführten Quellen, ferner Jewish Enc. und Grunwald, Portugiesengräber (Register) durch folgendes zu ergänzen: Ders., Hamburg deutsche Juden (Reg.) und ,,Oesterr. Wochenschrift" (s. oben). Schon Diego T. stand bei Christine von Schweden in hoher Gunst. Er wurde erst in Hamburg ihr Resident. Man hat das Wort „residente" (wohnend) in dem ihm 1643 in Antwerpen ausgefertigten Adelspatent („residente en Ameres en los estados de Flandres") mißverstanden. Schon bei Lebzeiten des Vaters stand Manoel mehrere Jahre in Christinens Diensten. 1654 besuchte sie ihn. 1661 weilte sie etwa ein Jahr bei ihm. 1666 kehrte sie wieder bei ihm ein. Der Hamburger Senat fühlte sich dadurch verletzt, da sie das Hotel, das er ihr angeboten, zurückgewiesen hatte. 1661 hatte die Königin mit T. den Kontrakt erneuert, nachdem sie ihn mit der Einziehung und Zustellung ihrer jährlichen Einkünfte betraut hatte. T. verwaltete dieses Amt bis zu ihrem Tode i. J. 1689. Sie hatte sich bei ihrer Abdankung das Recht auf einen besonderen Gesandten vorbehal- 1) Zur Geschichte der Familie Teixeira ist auch die Eintragung beachtenswert: „Am letzten Tage in Tebet, dem letzten Weihnachtstage (julian. Kai.), bei der Bestattung des sei. Abraham Senior Teixeira, wurden fast alle das Gefolge bildenden Mitglieder, sowohl auf dem Wege nach dem Begräbnisplatz, wie auf dem Heimwege, vom Pöbel mißhandelt und beschimpft. Man öffnete gewaltsam die Wagen und bewarf die darin befindlichen Personen gegen allen Respekt mit Schneebällen und Schmutz.u Isak Teixeira macht, als Vorsteher der Gemeinde, für sie Geschäfte (1. c. 58, 76, Jahrgang XIII, 77, 81). Er ersucht unter Hinweis auf seine vielen Geschäfte und seinen leidenden Zustand von seiner Wiederwahl Abstand zu nehmen. Der Vorstand erklärt jedoch ihn nicht dispensieren zu können (1. c. XI, S. 71). Seine Verwendung für die aus Wien ausgewiesenen Juden XIII, 106.