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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 11 (sequence 17)
Language
German
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Grunwald, Zur Geschichte der Marranen. 11 Der Prozeß endete am 17. November 1647. Der Angeklagte wurde zum Tode verurteilt. Er erschien am Autodafe des 15. Novembers 1647, aber er starb nicht diesen Tag. Das Urteil wurde erst am 3. Januar 1648 vollzogen. Man sagt, daß er, als die Flammen emporschlugen, mit lauter Stimme das Credo des israelitischen Glaubens, das heilige Schema Israel betete. Aber wessen wir ganz sicher sind, ist, daß er lebendig verbrannt wurde und daß er sich energisch bis in den Tod als Jude vom Herzen und Glauben bekannte. II. Portugiesen in Hoechst. Ein Beitrag zur Geschichte der Inquisition. In der ,,Allg. Zeit. d. Judenth." vom 7. Nov. 1902 erinnerte Dr. A. Lewinsky an zwei Berichte der „Privil. Hildesheim. Zeitung" 1782 und 1783, in denen aus Mainz unter dem 17. Dez. 1782 gemeldet wird: „Es haben 36 jüd. Familien aus Portmahon und Gibraltar1) Deputierte hierher gesandt, um den Vorschlag zu thun, daß sie sich in dem Kurfürstenthum niederlassen und Fabricken und Manufakturen von feinem Tuch, Stahl u. s. w. anlegen wollen. Diese Familien sollen sehr reich sein und bereits die Erlaubnis erhalten haben, sich zwischen hier und Frankfurt niederzulassen, eine Synagoge zu bauen und erst nach Verlauf von 30 Jahren eine gewisse Grundzinse von den Häusern zu bezahlen, die sie gebaut haben". D. d. 23. Jan. 1783 heißt es: „Die Portug. Juden von Gibraltar und Minorca, welche sich in den hiesigen Gegenden niederlassen werden, wollen sich, wie man jetzt versichert, in dem Hessischen etablieren." Hierauf bezieht sich der folgende Brief Karl Augusts von Weimar an Merck (Briefe an J. H. Merck, hrsg. v. K. Wagner, Darmst. 1835, S. 373): Weimar, den 19. Jan. 1783. ,,____In Mainz, wie ich vernommen habe, sind Juden von Minorca und von Gibraltar angelangt, welche nicht länger 1) Über Juden in Gibraltar in der 2. Hälfte des 18. Jahrh. vgl. E. N. Adler, Autodefe, p. 91, Überport. Juden in Kleve u. sonst: Fr. Baer, D. Protokollbuch 64, 77.

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