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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 7 (sequence 13)
Language
German
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Grrunwald, Zur Geschichte der Marrauen. 7 hat. Selomoh de Oliveira und der Dichter Daniel de Barrios haben ihn besungen und ihn der Nachwelt in romantischem Lichte dargestellt. Aber ohne aus ihm einen Heiligen zu machen, was sein bewegtes und abenteuerliches Leben nicht erlaubt, ihn nur als einen mit menschlichen Fehlern behafteten Menschen betrachtend, findet man an ihm ein noch schöneres Beispiel von Seelenstärke. Isaac de Castro bedarf der Legende nicht, um ein Vorbild für junge Leute zu sein; die schlichte Wahrheit genügt. Menaseh ben Israel sagt uns, daß er ihn in Holland gekannt und daß er nicht wisse, „durch welchen Zufall" er nach Brasilien gekommen. Dieses halbe Geständnis, welches dem großen Haham in seiner spanischen Auflage1) entschlüpfte, findet sich nicht in der hebräischen, englischen und holländischen Übersetzung des Mikve-Israel. Isac de Castro war in Tartas2) im Juli 1629 geboren. Seine Eltern waren Christoram Luis und Isabel da Paz, von Braganza, beides Neu-Christen. Unter seinen Verwandten sind zu erwähnen: Andre Rodrigues Orobio, sein Onkel, der in Frankreich verheiratet war; Violante da Paz, seine Tante, die sich in Amsterdam zum jüdischen Glauben bekannte, wo sie dann Abraham de Aguilar heiratete; sein Bruder, David de Castro Tartas, der bekannte Amsterdamer Buchdrucker.. Isac hatte 10 Geschwister, alle in Frankreich geboren und getauft; denn sein Vater lebte dort offiziell als Katholik, obwohl er stets im geheimen ein guter Israelit war. Gegen 1634 kam ein orientalischer Jude nach Tartas, um die dortigen portugiesischen Marranen im Glauben zu unterrichten und zu bestärken. Er wohnte bei Christoram Luis, der ihm die Erziehung seines Sohnes, damals Thomas Luis genannt, anvertraute. Bald darauf (1637) finden wir Isac in Dax3) bei einem Verwandten, wo er seine Studien begann, die er nachher in Bordeaux bei den Jesuiten fortsetzte. Seine Eltern hatten sich in dieser Stadt niedergelassen, ohne Zweifel von Tartas durch Belästigungen vertrieben. Die Studien des jungen Mannes 1) Esperanca de'Israel, Seite 99—100. —Er sagt von Tartas, daß er nach Pernambuco reiste „no se por que fortuna". 2) Bezirksstadt des Departements Les Laudes. 3) Unter-Präfektur des Departements Les Landes.

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