Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 477 (sequence 481)
- Language
- German
- Belongs to
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470 Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. auf den Leuchter hinweisen, indem (s. oben) nach jüdischer Überlieferung (Tanchuma) Mose den göttlichen Auftrag erhielt, aus 4 Farben (weiß, rot, grün und schwarz) den heiligen Leuchter herzustellen. (In der babyl. Himmelskunde entspricht „schwarz" dem Saturn, weiß: Jupiter, grün: Mars und rot: Merkur, vgl. Ungnad in ZDMG. 73, 165 u. oben. Der biblische Qetebmeriri1) — vgl. Korth, Mittagsgespenster, Z. f. rhein. u. westfäl. Volksk. 1. c. 262 — als roter Wind, vgl. Salzberger, Salomonsage 97). Ob nun jenes von den Syrern in Jerusalem gefeierte Fest, eine Simchath beth ha-scho'eba, mit einer Öllibation verbunden, war und dazu das im Tempel vorrätige geweihte Öl mißbraucht wurde, und inwiefern in der Chanukkafeier mit ihrenÖlflammen, von dem historischen Charakter abgesehen, die restliche Spur einer Wintersonnenwende-Feier zu suchen ist, dafür fehlen derzeit sichere Anhaltspunkte. Diesen Ergebnissen entsprechend haben wir uns einen Agrarkalender2) vorzustellen, in dem in jeden zweiten Monat ein solares Fest fiel. Nissan enthält das Frühlings-, Tischri das Herbstäquinoctium3), Kislev das Wintersolstitium, Schebatdie beginnende Belebungskraft der Sonne, Sivan das Sommersolstitium und Ab die Abnahme der belebenden Sonnenkraft. [Auch hier kann man an einen Davidstern denken; dessen Spitzen diese 6 Punkte bilden, vgl. auch die 6 Lebensalter bei Löw, Lebensalter 35. Nach Lidzbarski, Ephemeris I, 132ff. wurde ursprünglich der Buchstabe Daleth, der die Gestalt eines gleichseitigen Dreieckes hatte, mit „D-u-d" „weibliche Brust" bezeichnet. Noch heut gebrauchen die Araber eine Darstellung der weiblichen Brüste mit der entsprechenden Bezeichnung als Amulett. Auch diese Beziehung könnte dem als Amulett 1) 2 Q. m., einer am Vormittag, der andere am Nachmittag; voller Schuppen Hak. 1,134. 2) Die Tosefta Ta'an. (Zuck. 215) kennt einen solchen Kalender (15. Tischri—15. Kislev usw.). Ähnlich der in Gezer gefundene Kalender ZA. 29,229. Über Ziz (Simonsen-Festschr. 148) u. Sivan: Harkavy-Festschr. 37; Ab, Monat der Hitze, 1. c. 46. Die Sonnenwenden im Tammuz u. Tebeth (Fasttage!) Hak. 2, 3. (Orientierung der Bauten nach einem Sternbild, wie. bei Ägyptern und Chinesen, auch talm. 1. c.) 3) Tagundnachtgleiche i. Adar u. EM DMG. 64, 705.