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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 476

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 476 (sequence 480)
Language
German
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 459 Haus. Ihr ist der 15.Schebat, „das Neujahr der Bäume" gewidmet, an dem man 15 verschiedene Früchte auf den Tisch bringt und den entsprechenden Segen über sie spricht, so wie in manchen Gegenden der Bauer am Weihnachtsfest Proben aller von ihm kultivierten Pflanzengattungen auf die Festtafel setzt, für die er im kommenden Jahre den Segen Gottes ersehnt. Daß der Schnee von diesem Tage an rings um die Bäume schmilzt, ist eine Wahrnehmung, die man auch hier zu Lande von den Bauern bestätigen hört. In Palästina werden außerdem am 15. Schebat Bäume gepflanzt, worin wir gleichfalls eine Variation des Mai- und Lebensbaum-Themas erblicken dürfen, das übrigens schon im jüdischen Altertum auch in dem Brauche vorliegt, bei Geburt eines Kindes einen Baum zu pflanzen und zum Trauzelt Holz von diesen Lebensbäumen der Brautleute zu verwenden (Gittin 57 a). Bei jenen Winterfesten, zu denen auch das Weihnachtsfest zu zählen ist, wird hier und da ein Holzblock — Julblock! — in Brand gesteckt und zur Beförderung der Fruchtbarkeit entweder die Asche auf die Obstbäume gestreut oder ein aus dem Feuer gezogenes Scheit auf sie gelegt (1. c. 227 ff.). Von einem solchen Scheit ist auch in der Vision des Propheten Secharja von der himmlischen Ratsversammlung die Rede [3,2; Verbrennen der Palme am Jahresende: Nork I, 366; Holzverbrennen als Zeichen des geschwundenen Mondes; auch das Verbrennen des Chamec und des „chamecdicken Borehu" — uns. Mitt. 1,109 — sowie des Haman, vgl. Barabas, dürfte hierher gehören; über das Mazzotfest vgl. Eerdmans in d. Nöldecke- Festschr.; über das Haman-Verbrennen Liber in REJ. (gegen Frazer). Der Leuchter, das. Kap. 4, der, wie oben berührt, gleichfalls den Weltenbaum darstellen soll, steht hier ähnlich, wie bei Ezechiel die Weinrebe, zwischen zwei Ölbäumen (nach Aboth d. R. Nathan 33: Ahron und der Messias, vgl. zur Symbolik des goldenen Leuchters: Salzberger, Sal.'s Tempelbau, 93) und ist mit Olivenbüscheln geschmückt (Vers 12). Seine 7 Flammen entsprechen den 7 Planeten, den 7 Augen (Sonnenauge und Mondauge altägyptisch) des Himmelsgottes (4,10, vgl. 3, 9), Auch die 4 Farben bei Secharja (1,8; 6,6 u. s.), die, nach Jeremias ATAO, vier Planeten entsprechen, dürften

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