Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 482)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 474 gebrauchten Magen David zugrunde liegen. Die Lesart „David" „D-v-d" lag nahe.] Das Halbjahr von Mitte Nissan bis Mitte Tischri ist die Zeit der Ernte, deren Feste die Darbringung des Omers, das „Fest der Erstlinge" (die Sonne im Sternbild der Zwillinge, vgl. die 2 Waizenbrode, wenn nicht Erinnerung an die 2 Tafeln des Bundes vorliegt) und das „Fest des Einsammelns" sind. Daß diese sowie die übrigenin diegenanntenMonate fallenden Feste zum Teil am 15. des Monates gefeiert werden, deutet auf den lunosolaren Charakter des altisraelitischen Jahres hin. Bei Schebat wird eine Differenz zwischen den Schulen Hilleis und Schammais, ob es der 1. oder der 15. sein soll (Rosch hasch 7b), ähnlich wie bei Chanukkah (s. oben), verzeichnet, für das Qorban ha-'ci werden (Ta'anith IV, 5) 5 Tage angegeben, an denen, je nach Familienbrauch, das Holz dargebracht wurde. Nachdem die vorstehenden Ausführungen seit längerer Zeit von mir aufgezeichnet worden waren, fand ich eine Bestätigung in Mahlers „Handbuch der jüdischen Chronologie". Auf anderem Wege gelangt auch er zu der Feststellung, daß es neben dem religiösen Jahr in Altisrael ein Naturjahr gab, daß das Sukkothfest ein Fest der Herbstgleiche war (72) und „Chodesch ha-abib" „Monat der Frühlingsgleiche" ist. Daß die alten Ägypter das Jahr in drei, nicht vier Jahreszeiten teilten, deren jeder 2x2 Monate angehörten (99), entspricht der vorstehend behandelten Einteilung des Jahres in Doppelmonate, die, nach Wincklbr, D. Weltanschauung des alt. Orients 15f., altbabyl. Ursprungs ist, auch im vorislam. Arabien bekannt war, und die sechs Monatsnamen der alten Römer sowie manches andere erklärt. Man denke auch an die Stunden-, Minuten- und Sekunden-Einteilung des jüdischen Kalenders. Da die ägyptischen Priester einen lunosolaren Kalender hatten, verstehen wir die Betonung 2. Mose 12, 2. Sie steht in Verbindung mit der Vornahme der Beschneidung vor dem Auszuge aus Ägypten, die ja auch ein Standesvorrecht der aeg. Priester war. Es sollte ganz Israel eben auch in dieser Hinsicht „ein Volk von Priestern" werden. * Gleichviel aber, von welcher Seite wir die hier behandelten Einzelheiten beleuchten und welche Vorsicht wir bei der An-