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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 465

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 465 (sequence 469)
Language
German
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 459 Bei jüdischen Hochzeiten spielt der Fisch gleichfalls eine Rolle (Storfer 141), wie er auch Schwangeren gereicht wird (Hov.- Kronf. 535). Außerdem gilt er als Glückssymbol (Riegler, Das Tier im Spiegel der Sprache 217; über sexuelle Beziehungen des St. Valentinstages zu den „Fischen": Jennings I, 57). Nun gilt die Nacht vom Freitag zum Samstag als der Conception besonders günstig (Rubin, Agada 15,21) und der Fisch als Aphrodisiacum, wobei die Annahme mitgewirkt haben mag, daß, dem bisexuellen Charakter der Palme (s. oben) ähnlich, der Fisch in entsprechende Hälften zerlegbar sei, vgl. Piatons Symposion (Schlesinger, Gesch. d. Symbols 82) und unsere „Mitteil." IX, S. 10. Über den sexuellen Sinn von 4. Mose 11, 5 s. Raschi zu Joma 75a. Der Fisch gilt aber auch vielfach als heiliges Tier, zu dessen Kräften man gelangt, indem man es verzehrt (Arch. f. Rlgsw. XVI, 609; Göttinnen wurden in einen Fisch verwandelt: Nork, B. Myth. 93; Theophagie: Hess. Volksk. VIII, 149). Die Abgeschiedenen im Jenseits nähren sich von Fischen im thrakisch - phrygischen Sabazios- (= J. Sabaoth: Arch. f. Rlgsw. II, 229) Kult, bei den Indianern Südamerikas, den Giljaken Sibiriens (Scheftlelowitz, Die Symbolik des Fisches) wie in den jüdischen und christlichen Katakomben (auf deren Darstellungen das Brot als Manna — Volz 315, vgl. 331, 365 -, als „lechem abbirim" - Ps. 78, 25, vgl. die phön. Kabiren [Koßalot, Kobolde] gelten soll). Hiernach ist der Fisch die geeignete Mahlzeit am Sabbath, der nach jüdischer Auffassung eine Vorahnung der ewigen Seligkeit ist. Zugleich bedeutet er aber auch ein Vorempfinden der messianischen Zeit, die eintreten soll, wenn der Livjathan, der König der Fische (vgl. Nöldeke-Festschrift 555), getötet ist. Den Darstellungen des Livjathan liegen althebräische, babylonische und ägyptische Überlieferungen zugrunde. Die des L. als Krokodil geht darauf zurück, daß die Ägypter den Wassergott so dargestellt haben (Erman , Ägypt. Rel.). Nach den biblischen Quellen ist L. (vgl. Gunkel, Schöpfung u. Chaos 83) ein Mittelding zwischen mehrköpfiger Schlange1) und Krokodil. 1) Ein Zusammenhang des L. (als Himmelsschlange?) mit der Sternenwelt scheint Ez. 32, 7 vorzuliegen. Die Bezeichnung der Milch-

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