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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 464

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 464 (sequence 468)
Language
German
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458 Grunwäld, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. Diese Frage berührt das Gebiet der Symbolik des Fisches1), insbesondere bei den Juden. Daß die Juden am Freitagabend Fische essen, ist eine Sitte, die schon der römische Dichter Persius (Satirae V, 180—184) erwähnt, und die ihren Niederschlag im jüdischen Sprichwort (TendlaU: „So gewiß soll ich alle Sehabbes mein' Fisch habe!" u. sonst) sowie in Legende, Lied und Bild, (Perle im Sabbatfisch: Sabb. 119a, Ber. r. 11, 4; auch bei den Indern: Perles, Z. rabb. Spr.- u. Sagenkde., Cassel, Symb. d. Ringes 42; Hebr. Bibl. XVIII, 60; Salzberger, Sal.-Sage u. s.; FUCHS, D. Jude in der Carricatur, Nr. 123) gefunden hat. Der Freitag ist der Tag der Venus, und „Venus sub pisce latuit" (Ovid Met. 5, 331). Auch bei den Indern ist der Fisch das Symbol des Liebesgottes, bei den Syrern war er das der Derketo. Das Membrum heißt noch heute im Neapolitanischen „il pesce", „Kien" bei den Slovenen, es ist der „gratlose Fisch" in dem Bärmuttersegen MGW Jüd. 26, S. 271. Auch „livjathan" Hiob 3, 7 deutet Raschi sexuell. Nach dem ägyptischen Mythos wird Osiris von 70 oder 72 Dämonen (die Nork S. 281 mit den 70 oder 72 Glöckchen am Hohenpriestermantel zusammenstellt) zerstückelt und sein Membrum von einem Fisch verschlungen, wie der Pompilos (s. unten) aus dem Blute des Uranus (Creuzer II, 305) entsteht, das sich mit dem Wasser der Quellen mischt (Nork, Bibl. Myth.LIII). Jakob segnet seine beiden Enkel mit dem Wunsche „wejidgu", d. h. sie mögen sich wie die Fische mehren (1. Mose 48,16). 1) Fisch (Drache) bald als Feind, bald als Retter, wohnt in der Unterwelt. Marduk spielt mit ihm. DMG. 61, 942, vgl. Ps. 104,26; Hi. 40,29. Fisch als Vegetationsnume;n Schw. 20, 74, befruchtende Kraft des Nachthimmels, spez. des Mondes, als Prinzip der befrucht. Feuchtigkeit DMG. 60, 211. Lebender Fisch, Feigen und Honig am Neujahr Schi. 21, 70, einen Fisch kaufen und mit Wasser besprengen Rev. Ec. 428. Brotu. Fischgott philist. Dagon. Den Aethiop. d. Alphabet durch einen Fisch zugekommen, hlhm Brot, Fisch, Geist. Arab. luhm myst. Fisch, Himmelsfisch Lahmu DMG. 69, 55. (Über den Zusammenhang zwischen 1-m-n „Element", d. h. Alphabets-, und Jahresanfang: Haupt 3). Ichthyomantie Grünb. 215. Fische im Traum Wstf. 1914, 256, gegen den bösen Blick Nöld. 2, 269, als Orakel Ztschr. Ver. f. Volksk. 1913, 388, „Fischen" im Trüben usw. Bist. 199. Josua von einem Fisch verschlungen REJ. 59,12.

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