Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 467)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2638044-2638083-2638084--2451-2639825- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 457 Der Gedanke der Auferstehung des jüdischen Volkes („Wieder wird der Ethrog grünen", Morris Rosenfeld) kommt zum Ausdruck in der Haftara der Zwischenfeiertage aus dem 38. und 39. Kapitel des Ezechiel. Auf die messianische Zeit weisen hin: Die Haftara des ersten Festtages (Sech. 14), ferner die Darbringung der 70 Opferstiere für die 70 Völker, die man damals, zählte und die einst alle nach Jerusalem pilgern und dem Ewigen opfern sollen (Sukka 55 b, Tanch. Pinchas 14; die beiden Messiasse wohl entsprechend der Zweiteilung des Reiches; bei den Falascha nur der aus Judas Stamme: Arch. f. Rel.-Wiss. XIII, 101; dort S. 92 auch Elia als Seedämon) und die Bitte, übers Jahr in der Sukka sitzen zu dürfen, gefertigt aus der Haut des Livjathan1). Welche Bewandtnis hat es mit dieser Sukka, die auf ein Sukkoth der Zukunft hinweist, wie man von einem Pessach l'athid spricht? 1) Livjathan von Levi DMG. 63, 519, vgl.? die kupferne Schlange. Dem Drachen (Fisch), der die Sonne verschlingt, zu Ehren wird in allen Erdteilen 3 Tage lang am Meeresstrande ein Fest gefeiert. Ihm ist ein heiliger Fisch geweiht. Ursprungsland ist Indien DMG. 61, 939. Sein Stall aus Gold, Jalqut. Seeungeheuer, Erbeutung seines Fettes, D upuis 73. In Australien Riesenschlange auf dem Grunde der Gewässer, der Wiederschein ihrer Haut ist der Regenbogen Brsl. 438. Livj. als Krokodil, „der schuppige Nildrache" Seth-Typhon (Südwind, vgl. auch Ciph'oni Jes. 11,8 u. s.), von Horus bekämpft DMG. 63,534; Schabb. 77b; Wiesner 187. (Ber. r. 11,11 Livj. neben der Fischen.) Feuer oben und unten (wie Wasser) Wiesner 87. Das untere Feuer Mithra Hestia 1. c. 129. Der Fisch, auf dem die Erde ruht, verursacht Erdbeben: Talm., Islam, Burma, Karolinen, Japan Ztsch. Ver. f. Volksk. 1914,97. Wie Typhon im Sirbonischen See (Grünb. 77, RELAND 247), wohnt, das dürfte eine alte Vorstellung gewesen sein, Livj. im Toten Meer (dort auch einst das Weltgericht, j. Sota 7, 5; Bist. 151), vgl. die 3 Öffnungen der Hölle Erub. 18 b. Die jeden Morgen aus dem Toten Meere aufsteigenden, weithin sichtbaren nebligen Dünste (Schwarz 23, Wiesner 218) sind vielleicht der Rauch aus der Nase des Livj. Hi. 41,11, Rosenm.-Livj.'s Atem würde die Welt vernichten, wenn nicht sein Kopf ins Paradies reichte (Jalq. Hi. 40), was auf die Balsampflanzungen (parad. Düfte: B. mec. 114b, Wiesner 2,127) am Toten Meere hinweisen könnte, wenn nicht etwa der in die Unterwelt versenkte Garten Eden (Ap. Abr. 21, Midr. Jona, VB. 2, 58) gemeint sein sollte. In die Richtung des Toten Meeres wurde auch der Bock für Azazel gesandt.