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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 456

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 456 (sequence 460)
Language
German
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450 Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. Das Wasserausgießen sowie das Schlagen am Sukkoth, früher mit dem Palmzweig, jetzt noch mit der Bachweide, sind internationale Bräuche. Die alten Perser feierten ihr Neujahrsfest (Nuroz) am ersten Frühlingstage durch gegenseitiges Begießen mit Wasser. Wie in den Ceremonien des Sukkoth spielte daneben auch Feuer (Fackeln, wie anderwärts an Herbstfesten), Wein, Eierwerfen (vgl. Sukka 53 a und das Osterei, vgl. Mannh. 158) eine Rolle. Die Mohammedaner, auch in Afrika, haben dieses Fest von den Persern übernommen, die übrigens, wie die Armenier beim Khasuran, ihrem Frühlingsfest, bei verschiedenen Gelegenheiten feierlich Wasser ausgießen (Goldziher, Der Islam; Feuchtwang 1. c. 53f.). Ein Geheimnis, das wie Wasser in der Tiefe ruht, durch Worte herauf- und herauszulocken, wird Spr. 20, 5 mit dem Vorgange verglichen, durch Wasser, das man in die Tiefe gießt, das Wasser unten zur Regenbildung zu bewegen. Als Fruchtbarkeitszauber1) gilt das Begießen mit Wasser: Reitzenstein, Liebe und Ehe in Ostasien, 79 u. s., ebensowohl das Begießen der Mädchen und des Ackers zu Ostern: Am Urquell, 1891, S. 7f., das „Beschmutzen" der Frauen: Hess. Volksk. X, 155. Zu dem Schlagenmit der Bachweide, das an das Schlagen der Erde mit dem Dreizack durch Poseidon und an das Schlagen des Felsens mit dem Stabe durch Mose, auch an das Quellenfinden mittels der Wünschelrute erinnert, finden sich gleichfalls zahlreiche Analogien. Von kultischem Schlagen in Ägypten spricht Herodot II, 40, über die Selbstgeißelung der Priester in Syrien und die freiwillige Geißelung in Sparta noch zur Zeit Tertullians s. oben. Nach römischer Auffassung machten die Geißelschläge des Lupercus Unfruchtbare fruchtbar (vgl. auch Hov.-Kronf. 515,520), Schwangeren sicherten sie leichte Entbindung. Behexte Kühe schlägt man in Sachsen mit einem Mannh. Baumkultus 276; Schw. 11, 262. Priores des arbres am letzten Tage des Nissan Rev. Ec. 422. 1) Von der alten Ernte in die neue Aussaat mengen Schw. 11, 263. Glücksgarbe 1. c. 261. Coiitusbewegungen beim Neujahrstanz der Cora- Indianer: Globus 90,166. Feuerspringen und Stehlen Rev. Ec. 424. Beim Backen vom Teige ein Stück ins Feuer werfen Sart. 1, 22, vgl. Ghalla. Heckelmaie, letzte Garbe „Bettler" genannt ZA 30, 96.

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