Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 454 (sequence 458)
- Language
- German
- Belongs to
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448 Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. sie ist das Wahrzeichen des ©ava^o«; und damit zugleich der ©aXainra (nrfrin, vgl. Baudissin, J. et M. 12), der gebärenden, verzehrenden und wieder aus sich neues Leben zum Licht emporsendenden Tiefe (Kotelmann, Ophthalmologie 46); Okeanos der Vater der Götter. Er füllt alle Tiefen. Denselben Gedanken spricht, wie bereits erwähnt, die Symbolik des Ethrog aus1). Er wächst auf dem Baume, der den Namen „Hadar" (von der Gottheit Adar? oder für Hadad, Name des Adonis, wie in Hadarezer statt Hadadezer; in Sendschirli auf altaramäischem Boden fand man eine Bildsäule des Hadad sowie Symbole des Mondgottes Sin unter dem Namen „Baal von Haran" (s. oben), nach Sukka III, 5, darum führt, weil die Frucht das ganze Jahr über an ihm bleibt („dar"). Nach einem talmudischen Hinweis klingt, wie oben bemerkt, „hadar" an das griechische „hydor" Wasser an. Auch dieser Baum bedarf in besonderem Maße der Bewässerung. [Nach jüdischer Überlieferung ist das Holz dieses Baumes ebenso genießbar wie seine Frucht. Test. Levi 18 werden die Heilsgenossen von dem „Holz" des Lebens essen. In China und Japan muß die Braut in einen Apfel beißen; vgl. Reitzen- STEIN, Liebe und Ehe in Ostasien, 23.] In allen diesen vier Pflanzenarten kommt somit die Sehnsuchtnach demLebenselement, dem Wasser, anschaulich zum Ausdruck, das sie vor dem Absterben bewahrt und durch Welken zu neuer Blüte, zu immer neuer Auferstehung führt. Thaan. 2b heißt es: „Wie diese vier Pflanzen nicht ohne Wasser bestehen können, so die Welt". Man vergegenwärtige sich die klimatischen Verhältnisse Palästinas, wenn nach Monaten des Regenmangels das Erdreich, ausgedörrt, oft weit klaffende Risse aufweist, alle Kreatur nach dem neubelebenden Naß lechzt, das unmittelbar nach Sukkoth erwartet wird. Da treten — nach dem einleitenden 1) Citrus malus medica (auch Saphir aus Medien) äg. ghitre, kopt. kitri, arab. qatara „duften", wie das Holz des Lebensbaumes benützt, Motten zu vertreiben Lbwy. Immergrün, das ganze Jahr Früchte. „Ethrog" vgl. Ex. 20,7; Grünb. 461. „Ein Baum, der am Wasser wächst" j. Sukka 53a. Da nicht, wie die Palme, in der Thora genau bestimmt, wird der Segen über diese gesprochen Weisstein 63.