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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 452

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 452 (sequence 456)
Language
German
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446 Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. Was bedeutet demnach der Ethrog, die Frucht vom Baume der Erkenntnis, das Symbol der Sterblichkeit, auf der linken, d. h. nach alter Anschauung: bösen Seite, neben den Lulab, den Baum des Lebens, auf der rechten, der guten Seite gehalten? Das spricht der Midrasch aus, wenn er sagt (Pelia 73): „Wer (der Vorschrift entgegen) den Ethrog in die rechte und den Lulab in die linke Hand nimmt, leugnet damit die Auferstehimg". Der Sukkothfeststrauß bedeutet hiernach die Überwindung des Todes in der Auferstehung! Zunächst in der Natur. In der immergrünen Palme1) erblickte Ost und West im Altertum das Bild der Unsterblichkeit. Die Götter wurden mit ihr bekränzt, als Zeichen des Sieges gilt sie seit den Tagen Babels bis in unsere Sprache. Den Kirchenvätern galt sie als Symbol der Auferstehung des Fleisches2). Als der Baum, der im semitischen Orient — man denke an die Palme zu Nedjra im Yemen, den heiligen Nationalbaum der Araber! — Millionen die Hauptnahrungsquelle liefert, oft weit und breit das einzig lebende und Leben spendende Element, mit seiner lastenden Fruchtfülle, wie im Hohenliede 7, 8-9 und bei Homer (Od. VI, 162), noch heute dem Araber das weibliche Schönheitsideal3) liefernd, vor allem ausgestattet mit einer der animalischen Begattung ähnlichen Art der Fortpflanzung ■— im Aramäischen werden die Geschlechter der Palme sogar sprachlich unterschieden — und wählerischer Liebessehnsucht4) (vgl. Rubin, Agada 17), die, an Heine's 1) Dattelpalme Sem DMG. 63, 506, arab. „der Bewässerte", Plin. 13, 28: gaudet riguis totoque anno bibere cum amet sitientia. Im Brach]ahr auf besondere Art bewässert, da sonst unhaltbar Löw 109. ö*bpn MxrvXog vgl. D^ton msD Lewy. Mit Datteln, Nüssen u. a. wurden in Rom die Sklaven beim Dienstantritt beschüttet Sachs 169. Vorantragen der Hochzeitspalme vor dem Brautpaar: Schabb. 110a. Symbolik der P. Löw L., Graph. Requisit. 1, 78; Lüw 109. ( P.-Zweig und Astrologie: Orelli 137.. Lulab von „leb" ZA. 25,363. Am Feuer, in dem man den Lulab verbrennt, wird der Knochen für d. Seder gebraten Rev. Ec. 422. Das „Binden" des L.: die gebundene, d. h. gestorbene Naturkraft Sachs 64. 2) Weihnachtsbaum „Palme" genannt Schw. 11, 254. 3) Datteltraube mit d. weibl. Brust vergl. DMG. 30,1; ZA 33, 281 (Traube wie Baum, auch im Armen., gleich benannt). 4) Auch arab. GRÜNB. 202. (Nicht ungestraft unter Palmen 49).

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