Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 451 (sequence 455)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 445 als Symbol für Christus als Lebensbaum und Licht der Welt. Nach der christlichen Legende hat nämlich Adam bei der Vertreibung aus dem Paradiese eine der Früchte oder einen Ableger des Baumes der Erkenntnis mitgenommen und eingepflanzt. Daraus wuchs der Baum, aus dem das Holz zum Kreuze des christlichen Heilands genommen war. Die Kirche machte daher den 24. Dezember zum Tage Adams und Evas, um anzudeuten, daß Christus als zweiter Adam den Verlust des ersten wettgemacht habe. Dieser Gedanke, die Überwindung des Todes durch die Kraft des Lebensbaumes, scheint bereits in der Symbolik des Lulab als mitschwingende Note einen Ausdruck gefunden zu haben. Die Palme findet sich in der Form des Lulab, auch in Verbindung mit einer dem Ethrog ähnlichen Frucht schon auf alten babylonischen Denkmälern als Lebensbaum. Daß die Dattelpalme ursprünglich der Baum des Lebens war: Barton, Semitic Origins in Jew. Enc. XII, 239. Der bisexuelle Charakter der Palme führte zur Vorstellung der beiden Bäume des Lebens und der Erkenntnis, der Tempel mit Darstellungen von Palmen (1 Kön. 6, 29ff.) usw. soll das Paradies veranschaulichen, s. oben, Jacob, Pentateuch u. Jew. Enc. IX, 518. s. v. Paradise Die Palme, das Symbol ewiger Jugend (vgl. Psalm 92,13), das Bild des Jahrescyclus, weil sie jeden Monat neue Zweige ansetzt (Creuzer, Symbolik 1,511), ein Sinnbild der Fruchtbarkeit1), ebenso wie die mit ihr verbundene Myrte und Bachweide, nimmt man am Sukkoth in die rechte Hand, in die linke den Ethrog, den Adamsapfel (pomum Adami Linn.), vgl. Beresch. r. 15,7 zu 1 Mose 3, 6, durch den der Tod2) in die Welt gekommen ist — „malum e malo" sagte man im Mittelalter,—wie nochheute vielfachbei Begräbnissen derLeichenbitter (vgl. Sartori, Sitte u. Brauch I, 142, 147) eine Gtrone trägt. kraut und L.'swasser besitzen große und kleine Götter DMG. 70, 429. Wasser, das von der Schwelle des Tempels ausgehen wird, in Verbindung mit Davids Geschlecht Bist. 163. 1) Vgl. auch den minnenden Palmgeist der Indianer, Arch. II, 163, Das. 158, 162 auch der Mittagsalp (s. oben). Über den „Monat der datteln" bei den Sabiern vgl. Grimme, Pfingstfest. Nach arab. Sage nahm Adam eine Dattel aus dem Paradiese mit H.-K. II, 167. 2) Baum des Todes Schw. 23, 209.