Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 449 (sequence 453)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 443 insbesondere gilt die Nuß als sexuelles Symbol. Nidda 21a wird der Embryo mit einer Nuß verglichen, Berakh. 50b spricht vom Streuen von Nüssen vor dem Brautpaar, über den Segensspruch in der Brautnacht vgl. Rubin, Agada 12. 'eggoz „Nuß" ist dem Zahlenwerte nach chet „Sünde"1). Ähnliches beiden Römern, in Island (Maurer, Isl. Volksmärchen 284) und sonst, vgl. Mannh. 184; Hov.-Kronf. 524; Ed. Fuchs, Sittengeschichte I, 484, Z. V. f. rhein. u. westf. Vlksk. 1917, S. 51. Das „Maanführen", von dem Tendlau (Jüd. Sprichwörter) berichtet, ist entweder mit dem im Mittelalter in Frankfurt üblichen Mailehenrufen2) (Z. V. f. rhein. u. westf. Vlksk. 1911, S. 136) in Verbindung zu bringen, laut welchem jedes Mädchen auf Befehl des Kaisers einen beliebigen Mann zu ehelichen hatte, oder der Ruf: „zu Maanl zu Maan!" bedeutete nur die Einladung zum „Maien", das in dem Beschütten des auf einer Bank im Synagogenhofe sitzenden Brautpaares mit Weizenkörnern bestand. Diese Bank war meist aus Stein, daher „Maanstaan" genannt, wie noch heut hier und da in Polen auf einer steinernen Erhöhung „die Chuppo gestellt" wird, ein leiser Nachklang des alten Glaubens an gebärende3) oder Geburten fördernde Steine [vgl. Arch. f. Relig. Wiss. XIII, 517 (Armilussage), XV, 305 (5. Mose 32,18; Jes. 51, 2; Jer. 2, 27; Ps. 87,5; Lebenskrautin Steinen: Wünsche, Lebensbaum); den „Stein der Voreltern" in den „Negermärchen" (Ricola-Verlag); Kinder aus Steinen in Pommern (Storfer, Maria 125), in Alt- Mexiko (Reitzenstein, Liebe und Ehe in Ostasien 74 f.), die Deukalionsage u. Koh.3, 5 (Levy, Koheleth, auch MGWJud.55, S. 531), Adamas, der „Eckstein", bei W. Schulz, Dok. d. Gnosis 46; Abraham als „Petra" (vgl. Levy, Tim. Wtbch.), als Stein, auf den die Welt gegründet ist; wie er, so auch Petrus am Eingang des Jenseits; wie Gott in der christlichen Legende Petrus die Schlüssel- (maphtheach matar,, Regen", parnasa „Ernährung", th'chijjah „Auferstehung" u. chajjim „Leben") 1) Nüsse werden nach jüdischem Brauch erst von Schm. acer. an gegessen. 2) Mailehen Sart. 1,51. 3, 8. Mädchenversteigerung Hess. 1911,156. M. und Liebesmarkt Sart. 3,166, Mädchenstürmen Schw. 13, 264. 3) Gewalt zu „binden" und zu „lösen".