Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 442 (sequence 446)
- Language
- German
- Belongs to
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436 Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. Volksaberglaube 114). Gewisse Völker Zentralasiens meiden das Waschen, weil die dadurch vertriebenen Geister sich durch Gewitter rächen, und Gewitterregen war ja der Zweck des Wasserausgießens am Sukkoth. Die Bachweide könnte in diesem Zusammenhange als Blitz anziehend („Weiden zu meiden!", hingegen schützen die geweihten Kätzchen — Palmen - vor Blitzschlag1), Mitt. Schles. Ges. f. Vksk. XI, 203) in Betracht gekommen sein. Wasserausgießen, mit Fasten2) verbunden, wie der Jomkippur durch den Hüttenbaubeginn an seinem Ausgang mit Sukkoth, finden wir bereits 1 Sam. 7, 6, ein Schlagen der Erde 2 Kön. 13,18. Mag diese Tendenz der Dämonenabwehr immerhin mit .hineingespielt haben, die Wurzel aller dieser Bräuche scheint doch in einem anderen Vorstellungskreis zu liegen, und zwar in dem des „Maibaumes" und des „Schlagens mit der Lebensrute", der durch Mannhardt (Waldu. Feldkulte) in eine neue Beleuchtung gerückt worden ist. Die Befruchtung der Erde durch den Regen wird bei den verschiedensten Völkern imBildeeinerVermählung vorgestellt. Man beachte die semitische Benennung des Himmelsgottes als Ba'al Gatte sowie die talmudische Bezeichnung für einen auf natürlichem Wege, durch Regen bewässerten Acker als Baals-Feld (vgl. uns. Mitteil. VIII, 135) und für den Regen als „Gatten der Erde"^ den kanaanäischen Regenmonat Bul und, mit JENNINGS, Rosenkreuzer 111, die irische Bezeichnung des Mai als Monates der „Beal"-Feuer. Auch bei den Indogermanen bilden Himmel und Erde als Vater und Mutter ein Ehepaar3) (vgl. A. Nehring in Mitt. Schles. G. f. Vlksk. 1) Wie z. B. vor Hagel ein an Weihnachten angebranntes Holzscheit Schi. 21, 40. 2) Fasten in Verbindung mit Regenzauber Schw. 20, 35 (Tochter Jephtas vgl. absterbende Vegetation). Fasten, weil man durch unreine Speisen kultisch unrein wird nach Hess 13,113, zur Abwendung von Unheil als Trauerbrauch VB. 2, 204; Sei. 2, 338; Neh. 9,1 wurde erst am 24. Tischri gefastet, vgl. auch Geiger 2,144. Bei den Falascha Sukkoth am 1. Tischri, 9 Tage vor Jomkippur Fasten, Epstein 163. Dort Mondjähr 1. c. 157. An Sukfc werden Maccoth gegessen L c. 152. 3) Hochzeit des Himmels und der Erde bei Plutarch, Dupuis 53. Die Verbindung zwischen d. Malkuth schamajim und d. Malk. beth