Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 440 (sequence 444)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2638044-2638083-2638084--2428-2639802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
434 Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. Die Handlungen bestehen im Herbeischaffen des immergrünen Reisigs; im Bau der Hütte; im Aufhängen der Uschpisin; in der Prozession und dem Tanz mit den Thorarollen, ähnlieh dem altarabischen Chag, einem Umgang um Regen um den heiligen Stein im Frühling und Herbst (Wellhausen, Reste arab. Heidentums 141); im Schwingen des Feststraußes; im Überdachen des Altars mit Bachweiden1); im Schlagen mit dem Palmzweig, wenn man in dieser einst geübten Sitte mehr als ein accidentielles Moment sehen will; vor allem in dem Klopfen mit der Bachweide, das im Talmud selbst (Sukka 44 a) als uralt und längst vergessen, dann aber wieder eingeführt bezeichnet wird; im Schofarblasen und Wasserausgießen. Mit diesen Handlungen wird, nach Frazer (The golden bough) und in weiterer Ausführung von Torczyner (in der Jubelschrift d. Berl. Hochsch. f. d. Wiss. d. Jud.), symbolisch das getan und vorgezeichnet, was man von der Gottheit wünscht. Man gießt Wasser aus, damit es regne2). Wie der und in Kraft" genannt. Er wohnt im Monde: Rubin 88 (in bulgar. Sage ist es Kain, RE J. 59, 316). Esau zählt nach der Sonne, Jakob nach dem M., jenem gehört diese, diesem jene Welt (Tanch. zu Gn. 14). Gegen Mondkult in der Religion Israels DMG. 69, 283, s. hingegen 68, 715. Zu Tba? (in Samaria 1909/10 ausgegr. Ostrak.) vgl. palm. Aglibol. — In der Sonne wohnt Gott DMG. 59, 432. Sonne Herkules Bei Saturn, Dupuis 64, vgl. Ps. 72,17, Wiesner zu Schabb 54a (Athener mit der Sonne entstanden, Kosmos 3,480), Flügel der Sonne (vgl. Mal. 3, 20), Semiramis hoch zu Roß 2. Kg. 23,11, Flügelpferd Pegasus: Lewy, Sonne als Held Ps. 19,6. Der große, in die Wolken gestellte Kriegsbogen Ilias 11,27 erinnert an Gn. 9, 13. Hütte der Sonne Sukka 27b, Sonne Auge Gottes Hess 1909,169. Opal (= Inibai, d. i. Augen Baals, vgl. Sech. 3, 9) als Himmelsstein in der Krone des deutschen Kaisers, P. Cassel, Aus Lit. u. Symb. 249. 1) Nach Weisstein 95 war Hosch. r. der Gedenktag der Tempeleinweihung, daher Bekränzung des Altares nur durch die Priester und das Fest ursprünglich auf Jerusalem beschränkt, vgl. heute die Kirchweih. 2) Wasser war nicht Opferspende (so auch Ibn Ezra, dagegen Weisstein 98), durfte daher auch nicht, wie es Alex. Jannai (?) tat, nach Art der Opferlibation an den Fuß des Altars gegossen werden. (Eine andere Erklärung VB. 1, 418.) Geopfert sollte, nach dem Ausspruch Kaiser Friedrich II. (DMG. 64, 85), nur das werden, was dem Opfernden gehörte, von ihm großgezogen worden war, nicht Wild,