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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 439

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 439 (sequence 443)
Language
German
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 433 Kulthandlungen,—diese selbst, imLiehte der ReligionsgesehicMe und des Folklore betrachtet, und — das Material der Mittel. Der Zweck ist Herbeiführung des Regens1) (Regen gutes Zeichen auch bei Arab.: Mtsch. f. G. u. W. d. Jud. 1905, S. 30), des Erntesegens, der Fruchtbarkeit. Hierauf weisen hin: die Laubhütte, als Symbol der Regen spendenden Wolken; das Wohnen unter freiem Himmel im Anblick der Gestirne aus demselben Grunde, weshalb auch die Trauungen2) oft unter freiem Himmel stattfinden, nämlich in Erinnerung an die Verheißung (1. Mose 22,17 u. s.), daß Israel zahlreich sein werde, wie die Sterne des Himmels; das Binden des Lulab als alter Regenzauber (s. oben bei Marmorstein), wie das Binden überhaupt als Fruchtbarkeitszauber gilt (Reitzenstein, Liebe u. Ehe in Ostasien 24 u. s.); die Verlobungen am Chol ha-moed; das „Brautpaar" an Simchath thora; der Biss in den Ethrog, der nach einer alten Deutung Frucht vom „Wasserbaum" (ec hadar öBcop) ist; die Vermehrung des Geldes vom Hosch. rabba3). 1) Umwenden der Kleider beim Beginn des Regens (kaukas. Bergjuden) 1. c. 311. Dürre, wenn Dämonen das goldene Widderfell entführen. Zeus umarmt dann die Erde und befruchtet sie, vgl. auch Ri. 6,36; ZA. 23,140. Vielleicht auch damit im Zusammenhang den Schofar (Wi dd erhorn). Ozean aus einem in die Erde vergrabenen Fell (s. oben: Azazel): Lewy 244. 2) Regen bei Trauung glückliches Omen Schw. 12,214. 3) Vgl. Geldzählen bei Neumond, Begrüßung des N.'s Schi. 17, 40, Gefährlichkeit des Mondes Wiesner 2,159, M. und Zauber Hess 13, 111, Einfluß des zu- und abnehmenden Mondes Schw. 20,128. M. in Verbindung mit Ebbe und Flut dürfte schon Dt. 33,15 vorliegen. Kußhände an den M. Hi. 31, 26, vgl. 1. Kg. 19,18; Hos. 13, 2. M. von einem Dämon (Walfisch!) verfolgt (Schlange um Halbmond, aus Malta, Sei. 2,17), daher im heutigen Babylonien das Gebet: „Laß' unseren M. wieder los!" Schi. 11,118. Der M. wird alle 12 Monate am Kopf und Schwanz des Drachen geschlagen (wie nach d. Midr. auch die Sonne geschlagen wird; gejagt wird sie von einer Regenwolke, Hak. 1,135, vgl. Hüsing üb. Jona in „Memnon", viell. eine Reminiszenz Hi. 41,22) und wird davon rot. In Birkath ha-lebana: „Wie ich dich nicht erjagen(1) kann, so unerreichbar sei ich meinen Feinden." Daselbst auch der M. als Krone der zur Wiederverjüngung (Auferstehung) Erkorenen. Die Trauer über „die Verkleinerung des M.'s" und Feier des Neumondes: Abeles 8 u. s. Im jüdischen Neumondsegen wird David als „lebend Ginnwald, Jahrb. f. jüd. Volksk. I. 28

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