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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 438

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 438 (sequence 442)
Language
German
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432 Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. mo'ed, mit Ausnahme von Hosch. rabba, fröhlich gefeiert. Am Hosch. rabba wird bei den Sefaradim Schofar geblasen. Die Nacht vorher wacht man. Sie ist, wie in Tripolis auch „die Nacht Bssissa" am Abend des 1. Nissan (vgl. Schwab 538), ein orakelreicher Schicksalstermin. Geld, am H. r. in die Tasche gesteckt, vermehrt sich reichlich. Das Fest des Wasserschöpfens1) war mit einer blendenden Illumination verbunden. Die Dochte verfertigte man aus den abgetragenen Beinkleidern der Priester (über Männerunterhosen im Volksglauben vgl. Hovorka-Kronfeld, Volksmedizin II, 179, 532). Im Vorhof der Weiber im Tempel wurde vor großen Kandelabern ein Fackeltanz aufgeführt (Sukka 5,2—4). Hierbei führte man zuerst die Trennung der Geschlechter beim Gottesdienste ein2). Am Schlußfest (Schemini acereth) wird, wie am Pessach, an dem man um Tau betet, und am Schabu'oth, dem Gedenkfest der Offenbarung, des geistigen Lebensquells, auch der Verstorbenen gedacht. Als Gleichnis der Auferstehung gilt die belebende Wirkung des Regens, wie schon bei den Ägyptern Wasser und Leben gedanklich verbunden werden, indem die Lebensmutter in den Zweigen des Lebensbaumes sitzt und, auch auf die Seelen nach dem Tode zum Fortleben, Wasser herabgießt, somit vor Einflüssen der Unterwelt schützt ( Sch WENG k) . An Simchath Thora (in Aden am Hosch. r.) wird in der Synagoge mit den Thorarollen getanzt und an die Kinder Obst verteilt. Drei der zur Thora Aufgerufenen werden als „Bräutigame" (chathan thora etc.) bezeichnet, die ersten beiden Chathanim aber als „Bräutigam und Braut" gefeiert. Zur Erklärung aller dieser Einzelheiten haben wir drei Gesichtspunkte festzuhalten: den ausgesprochenen Zweck der 1) Aus mosaischer oder Urzeit (vgl. Grünb. 130: Adam führt d. Kaiend. ein), auch als „Fackelfest", nach and. als „Schöpfen des hlgn. Geistes" Levy, Nh. Wtb.; wie »nb1» r^n Geburtstag, DMG. 60, viell. „Tag des Schöpfens". Wasserausgießen pers. Schw. 20, 35, noch heut in Tyrus ZA. 29, Majumas VB. 1, 418, gegen bös. Blick Sei. 2, 238, bei Todesfällen Hak. 1,135, mit Rutenschlagen Sart. 3,155, erst Feuer herabwerfen (Gewittervorgang) 188, Wasserausspeien Orelli 365. Korn-, Wein-, Methguß Schw. 13, 264. Mit Wasser begießen 1. c. 18, 35. 2) Wegen gewisser Ausschreitungen REJ. 1901,192; VB. 1, 418.

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