Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 441)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 434 gestreift wird, ferner aus 3 Myrten- und 2 Bachweidenzweigen, die an der Palme befestigt sind. Man nimmt ihn in die rechte Hand, in die linke einen Ethrog, eine Citrusart, auch Paradies-, Adams- oder Meerapfel genannt. Die 7 Bestandteile des Feststraußes (7, vgl. Hess. Volksk. IX, S. 165) werden nach dem Palmzweig als „Lulab" bezeichnet. Ethrog und Lulab werden unter Psalmengesang nach den vier Himmelsrichtungen sowie nach oben und nach unten je drei-, also im ganzen achtzehn (=ch[a]j „lebend"!) mal schüttelnd geschwungen, um die „bösen (Tau?-) Tropfen" abzuwehren. Nach dem Feste läßt man Schwangere, „damit sie Knaben gebären", den Stiel des Ethrogs abbeißen, was u. a. auch die Königin Louise von Preußen getan haben soll. Vielleicht liegt die Idee des Liebesapfels1) (vgl. Jeremias, D. Alte Test. i. Lichte d. alt. Orients, 263) zugrunde. Die Mischnah (Sukka IV, 1) berichtet, daß die Festteilnehmer im Tempel zu Jerusalem anfangs einander mit den Palmzweigen geschlagen2) haben, und erklärt dies aus dem Wirrwarr, der, ähnlich dem Gedränge in unseren Theatergarderoben, bei der Ausgabe der im Tempel aufbewahrten Lulabim zu entstehen pflegte, so daß man bestimmte, daß jeder seinen Lulab mit nach Hause nehme. Den Feststrauß in der Hand, umzieht man unter Bittgesängen, wie einst den Altar, so jetzt den Almemor. Die Gebete des Festes gelten besonders dem Regen3). Am Sukkoth spricht Gott das Urteil über den kommenden Regen (Rosch h. I, 2; Ta'anith 2 a). Das Wasserausgießen (s. oben) hat, nach Rosch h. 16a, Sukka 3 u. s., den Zweck, „daß der Regen des Jahres gesegnet werde". Noch heute wird unter dem Titel „Simchath beth ha-scho'eba", z. B. in Osteuropa, Chol ha- 1) Thapuach ist nach DMG. 63, 519 Alraun. Behemoths Brust ist die Wüste Dendain (VB. 2,57), vgl. Dudael bei Henoch (1. c. 401) u. Dudaim Gn. 30,14, Hak. 1,23. Die Templer hatten mit haarigen kleinen Menschen Umgang (1. c. 410) (Alraunen adone hasadeh), auch mit Seejungfern (vgl. Undine u. Dumas d. Ält. Erzähl.). Mandragora: Schw. 23,224. 2) Palmzweig als Lebensrute in Aleppo n. s. Sart. 3,136. 3) „Regenwürmer" (Nudeln) an Schern, acer. in Mattersdorf (J. M. Gelles).