Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 439)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 429 eher, von einer Kulturreligion rezipierter und in eine geistigsittliche Sphäre erhobener Kulthandlungen beeinträchtigt die religiöse Weihe, die ihnen innewohnt, so wenig, daß gerade durch den Einblick in solche naturgegebene Zusammenhänge neue religiöse Antriebe gewonnen werden. Man lernt die religionsbildende Kraft einer offenbarten Lehre, die Überwindung des mythologischen Denkens durch Errichtung einer ethischmonotheistischen Lebensanschauung nur so in vollem Maße würdigen. Manche Glaubenssatzung wird hingegen als Protest gegen bestehende, dem Kern und Stern der offenbarten Lehre widersprechende und darum zu unterdrückende volkstümliche Meinungen und Übungen erst verständlich. Wo sich Beeinflussung fremder Kreise nachweisen läßt, ist es von besonderem Reiz, wahrzunehmen, welche Wandlung oft bis zur Unkenntlichkeit ein solches Setzreis auf heterogenem Boden erfahrenhat. Zur Probe auf das Exempel diene das Sukkothfest. Seinen Namen trägt das Fest von den Laübhütten( Sukkoth)1), imponierende Beseitigung des Mythischen konstatiert werden, über die man z. B. hei der Vergleichung des babylonischen Schöpfungsepos und der althebräischen Schöpfungsdarstellung staunen muß. Wie ist doch der Schwärm der Götter und Göttinnen zerstoben! Wie ist das Göttliche aus dem kosmischen Prozeß entnommen!" Das Entscheidende in der jüdischen Religion ist die Verknüpfung der alten Volksfeste mit historischen Momenten, ihre Umwandlung in nationale Gedenktage. Zweifellos haben aber die alten Traditionen, die, mit neuen und tiefen Ideen erfüllt und durch einen sittlichen Hintergrund veredelt, in das hebr. Schrifttum eingedrungen sind, zu dessen Popularisierung und Verbreitung viel beigetragen. 1) Auf Dächern als Sommeraufenthalt Löw 64. Die Hütte Davids (Arnos 9, ll), die „verfällt", vgl. Maschiach bar n-f-l-j, Raschi Sanh 97b, Bist. 60. Vielleicht mit der Mithrasgrotte und den bergentrückten Kaisern (pers. u. muhamm.) zusammenzustellen Brsl. 201. Laubh. mit oder ohne Maibaum (s. unten) Zelt des Pfingstkönigs, d. h. des siegreichen Vegetationsgeistes Sart 3, 208, vgl. Sifre Schofetim § 1 zu Dt. 16, 21, Bist. 99. Ghuppoth für Honoratioren He'athid 5, 93. Vielleicht als die des Malkicedeq die Sukkoth (Plur. wie auch viele Paradiese, Jalk tili 727) schel Sedom (Schabb 56b, Rom ZA. 28, 264). Sie bestehen aus Weinstock (vgl. Dt. 32, 32), Feige, Pfirsich, Mandel, Nuß und Dattel, also Pflanzen, die den Lebensbaum darstellen bzw. erot. Charakters sind (Jalk Emor 7). Die Sukka schützt (Jalk 1. c, s. oben Marmorstein 310), bes. im Jenseits vor der Glut des Gerichtstages. Auch Haut