Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 430

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 430 (sequence 434)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2638044-2638083-2638084--2418-2639792
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

424 Grunwald, Berufe der Juden. er um Regen, was auch am Schlußfest des Sukkoth1) noch heute geschieht und offenbar mit der Drohung bei Secharja zusammenhängt, daß dasjenige Volk, welches jener Feier fernbleibt, des Regens werde entbehren müssen. Und was bedeutet der Wassergraben bei Elia? Man dachte sich die Erde als kreisrunde Schale über der Tehom, d. h. den Wassern der Unterwelt, hängend, rings umgeben vom Okeanos (oder „Okanos"2) vom hebr. „agan" Becken, vgl. „Uknu" bei Pietschmann , 258). Aus dieser Tiefe kommen „majjim chajjim", die „lebendigen Wasser", die Quellen. Aus ihnen steigt der Dunst3) empor (1 Mose 2, 6), der als Tau und Regen zur Erde fällt. Sie treten aus den Bergen hervor und ergießen ihre Wasser ins ferne Meer, zurück zum Okeanos (Tehom). Doch führt auch ein anderer Weg dahin. Es gibt manchen Spalt in der Erdoberfläche, der bis unter die Erde reicht. Dahinein gegossenes Wasser gelangt unmittelbar zum Tehom. Denselben Weg finden auch Opfer, wie Wein und Blut. Die Vermischung von Blut mit Wasser zur Erzeugung der Pompiii in der Uranos-Sage läßt in dem Spalt ein ursprünglich sexuelles Motiv vermuten, vgl. „Nabel der Erde" Ez. 38,12 usw. (Daher auch die Bezeichnung des Altares als „Har'el" Berg Gottes, indem der Altar als Vertreter des Berges, des Quellortes betrachtet wird.) Dieser Opferkult erinnert an Feste, wie das zu Mabug oder Alt-Ninive, dem späteren Hierapolis, wo der Sage nach die große Flut sich in einem Felsschlund verlaufen und Deukalion4) einen Tempel errichtet hat. Nach Lucian (?), De 1) Gunkbl, Schöpfung u. Chaos 390 verbindet das Fest des Wintersolstitiums, wenn die Sonne im Zeichen des Wassermannes (!) erscheint und sich zugleich zum Sternbild des Frühlings bewegt (Marduks Geburt) mit dem Weihnachtsfest. Als „halber Monat" (1. c.) kämen in Betracht: d. 15. Tischri (Sukkoth) Winteranfang, d. 15. Nissan (Pessach) Winterende, d. 15. Schebat Mittwinter. 2) Personifiziert im Livjathan; Okeanos Ursprung der Götter und Menschen: Schulz, Gnosis 47. 3) Hebr. „ed", vgl. griech. "AiSog, vgl. oben. 4) Deucalion neben Pyrrha legt die Frage nahe, ob nicht inDeucalion Tubalkajin zu suchen sei, dessen Verbindung mit Na'ama wiederum an Hephaistos-Aphrodite erinnert. Über die heiligen Fische in Hierapolis

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.