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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 431

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 431 (sequence 435)
Language
German
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Grunwald, Berufe der Juden. 425 Dea Syra § 10, bei Movers, Phön. 3, 36) wurde dort zweimal im Jahre, im Herbst und Frühling (vgl. Seeharja!), eine Feier begangen (Wasser in jenen Schlund gegossen, Holz gefällt und verbrannt), zu der aus den entferntesten Ländern sich zahlreiche Teilnehmer mit Geschenken einfanden, sodaß man dieses Heiligtum als ein Zentrum der Menschheit und die Stadt, wie Lucian sagt, als „gemeinsame Wohnung aller Menschengeschlechter" bezeichnen konnte. Der Mittelpunkt der Feier bestand darin, daß man in einer Prozession, in der das Bild der Göttin getragen wurde, Wasser schöpfte und in den der Göttin heiligen Schlund im Tempel ausgoß. Eine ähnliche Feier fand nach einem Berichte des Ammianus Marcellinus (XIV, 3) zu Batne gleichfalls in Mesopotanien anfangs September statt, ebenso zweimal im Jahre in Unterägypten. Auch Harran1) war ein solcher Wallfahrtsort, was vielleicht damit in Verbindung zu bringen ist, daß Sukkoth im Buch der Jubiläen (ed. Charles XVI,20ff.) auf Abraham zurückgeführt wird2). Das Haupt bekränzt, soll er sieben (!) Tage lang siebenmal jeden Morgen mit Palmzweigen und Früchten unter Danksagungen den Altar umkreist haben3). und die Fischgöttin Derketo: Creuzer I, 68. Man gießt Wasser in den Schlund, weil „der große Fisch" (Vemis-Derketo) die Urne des Wassermannes ausgetrunken hat. Die Spende für die Mächte der Unterwelt durfte nur Wasser eines Quells oder eines Flusses, keinesfalls eines Brunnens oder Teiches oder durch Röhren geleitet sein (Schwenck, Sinnbilder). Man weiht ja der Gottheit Wasser, damit sie daraus Wolken bilde. Nork, 1. e. 127 vergleicht auch das indische Durgafest. Vgl. auch £Ab. z. IIb, ZMDG. 70, 349. REJ. 66, 39. ZAW. 29, 306. 1) Über die harranische Religion mit aramäischer Grundlage vgl. Baudissin im Arch. XVI, 417 f. Dort vgl. über Sin als Ba'al von Harran und über Be'el-schemin, der auch (s. oben) von den Phöniziern verehrt wurde, deren Religion B. im Vergleich mit der babylonischen als ursprünglicher bewertet. Über den Tammuz — Kult in Harran: B audissin in ZDMG. 66, S. 171, über Harran auch ZMDG. 63, 527. 2) Er soll, nach Syncellus, zuerst Palmen gepflanzt haben (NORK 1. c.311). Vgl Rubin, Ma'areketh 42: Sukkoth u. die Familie Abr 's. 3) Auch von Jakob, der ja in Harran geweilt!, wird dies überliefert (1. c. 32,1, vgl. Targ. Jon. zu 1 Mose 35,14). Wasserspenden auch 1 Sam. 7,6, wo Wasserschöpfen und -ausgießen vor dem Ewigen mit Fasten und Sündenbekenntnis verbunden ist, sowie 2 Sam. 23,ie, wo,

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