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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 428

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 428 (sequence 432)
Language
German
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422 .Grunwald, Berufe der Juden. „asch ( hebr. ascher) nadar". Dem jüdischen „mazzal tobh" entspricht hier ein „mazzal no'am", dem hebräischen „micwah" ein „c'wa'ah". Ob die in Karthago inschriftlich gefundenen Namen „Joab" und — der obenerwähnte — „Obadia" Juden oder zum Judentum bekehrte Karthager zu Trägern hatten, ist nicht festzustellen, immerhin zu erwägen, daß ein König von Tyrus „Jahimalki" augenscheinlich nach dem Gotte Israels benannt war. Auch von „Soferim" und „Schannaim" (entsprechend den jüdischen „Tannaim") hören wir in Karthago, wo sich auch Personennamen finden, die von bekannten Talmudgrößen getragen wurden, wie Ulla, Abaji, Idda, Abba u. a. (Abba Saul: Nöldeke-Fstschr. 945, ZAW. 29,306. Wichtig vor allem für das tiefere Verständnis des kosmopolitischen Charakters der messianischen Idee ist aber nicht nur der Hinweis auf die Verbreitung des jüdischen Stammes über das ganze Gebiet der damals bekannten Welt und damit der Kenntnis seines Gottes unter allen Völkern. Jesaja (2, 2ff.) sieht vielmehr einen Tag kommen, da alle Völker nach dem Zion pilgern, Jerusalem die zentrale Andachtsstätte für alle Welt werden und Urfehde herrschen wird auf der ganzen Erde. Die Äthiopen werden dem Ewigen in Jerusalem ihre Schätze darbringen (18,7), die Sabäer, Nabatäer und andere Araber werden mit ihren Kamelen die heilige Stadt bedecken (60,6). Mikha (4, iff.) zeichnet dasselbe Zukunftsbild fast mit denselben Worten und fügt hinzu: „Jedes Volk wird im Namen seines Gottes wandeln, wir aber wollen im Namen des Ewigen, unseres Gottes, wandeln, für ewige Zeiten". Secharja (14, 6ff.) geht darin weiter: „Es wird der Ewige einzig sein und sein Name einzig" bei allen Völkern. An dem „Tage des Ewigen" wird in Jerusalem zweimal im Jahre, „im Frühjahr und im Herbst", ein Fest gefeiert werden, an dem „die Nacht dem Tage gleich" gemacht wird (Frühlings- und Herbst-Tag- und Nachtgleiche!), und Wasser werden ausgehen, „die Hälfte zum vorderen, die andere zum hinteren Meer." Eine gewaltige „Messe" wird Jahr für Jahr am Laubhüttenfeste alle Völker in Jerusalem versammeln. Sie werden, wie es Jesaja (23,18) im besonderen von Tyrus voraussagt, Weihegeschenke in den Tempel bringen. Wer sich ausschließt, wird, wie Ägypten,

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