Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 424 (sequence 428)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Mentioned entities
- Homer 1× ep/1025156
- Job 1× ep/1005326
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418 Grunwald, Berufe der Juden. und die zueinander passenden Bruchstücke blieben als Zeichen der Gastfreundschaft in den Händen der Parteien und ihrer Nachkommen. Eine solche Tonscherbe nannte man chirs haalikot, d. i. hebr. cheres hahalikot. So wurden Freundschaftsfäden, die Grundlage geschäftlichen Verkehrs, auf die weitesten Entfernungen hin gewoben. Aber auch religiöse Beziehungen wanderten denselben Weg. Erebos ist hebr. ereb, Aides (Hades) ist hebr. ed (Nebel, vgl. Ilias XV, 191). Ilias XX, 61 usw. findet sich dafür A(v)idoneus, was dem hebr. Abadon entspricht, sowie die „Tore des Todes" bei Homer mit Ijob 38, 17 (scha'are mavet) übereinstimmen. Der Göttertrank Nektar könnte hebr. Ursprunges („gewürzter Wein") sein. (Elektron, Bernstein, ist wohl nicht, mit Spinner, mit hebr. q-t-r zusammenzustellen, sondern, s. Schräder, intern griech. Ursprunges). In dem römischen Mercurius (im Orient: Merculius) dem „Gott der Kaufleute und Diebe" liegt wohl Melkart vor. Die Griechen identifizierten diesen mit Herakles, als dessen Bruder Oxyporos, „der rüstige Wanderer" genannt wird, und dessen lateinische Form Hercules an das semit. ha-rokel, der „Wanderer" anklingt, wie auch das latein. Argivus (zu Argos gehörend) der hebr. Bezeichnung für Purpur, „argavan" (= argaman) nahesteht. Die Säulen des Herkules sind die beiden Säulen am Melkarttempel. (Vgl. Lewy, Sem. Fremdw.: goval, Sirene, u. a., s. unt. S. 426). Wie Simson's Taten, wie wir sahen, dem Melkart und hiernach dem Herakles zugeschrieben wurden, so erkennen wir Elemente der Opferung der Tochter Jeftas und der Isaks in der Sage von Iphigenie, der Königstochter von Miken (!), wieder. Auch für Elemente der griechischen Philosophie sucht man nicht ohne Grund Keime in dem religiösen Gedankenkreis Kanaans. Werden doch die regen Beziehungen des kleinasiatischen Griechentums zu dieser östlichen Kultur sinnfällig durch die Tatsache gekennzeichnet, daß Zenon Phönizier war und Thaies eine phönizische Mutter hatte. In der Odyssee, die übrigens auch die, „Solymer Berge" erwähnt, in denen man das Gebirge Judas mit der Höhe von Jerusalem erkennen will, in den Irrfahrten des Helden von