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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 422

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 422 (sequence 426)
Language
German
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416 Grunwald, Berufe der Juden. was die Hebräer von Simson erzählten, die Phönizier auf Melkart übertrugen, dem bei den Griechen Herakles entspricht1). R. v. Ihering übertreibt nicht, wenn er vom klassischen Altertum sagt, daß es das Beste seiner Kultur von den Semiten übernommen habe. Nicht genug, daß die griechische Sage selbst hierauf hinweist und zahlreiche griechische Städtenamen ihren phönizischen Ursprung nicht verleugnen können, werden fortgesetzt auf klassischem Boden phönizische Inschriften gefunden und von der vergleichenden Sprachforschung und Religionsgeschichte immer weitere Belege für diese Tatsache geliefert. Die Griechen2) waren die Schüler der Phönizier in Schiffahrt, Städte- und Bergbau und anderen kulturellen Fortschritten, unter denen die Übernahme des phönizischen Alphabetes nicht zu den geringsten zählt3). Das 1) Über Simonides Melikos Melikertes (Melkart) — Bsmun (Patron der isthmischen Spiele) vgl. Mieses, D. Gesetze der Schriftgeschichte 397. 2) Das Telegraphieren der Karthager mit Hilfe von Fackeln und Wasseruhren zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste: Kotelmann, Ophthalmologie 46. Über die Purpurfärberei in Tyrus : 1. c. 56. 3) In der „Zeitschrift d. Deutschen Morgenl. Ges.u, Bd. 76, S. 270ff. stellt E. Littmann „Sprachliche Seltsamkeiten aus Morgenland und Abendland zusammen, wobei er mit Recht betont, daß ein innerer Zusammenhang zwischen gleichlautenden Worten aus entlegenen Sprachgebieten nur nach sorgfältigster Prüfung angenommen werden darf. In Bolivien bezeichnet der Indianer „Sterne" mit hvara, vgl. pers. hvare „Sonne", hebr. ör „Licht", syr. ur-ur-o „Funke". Koptisch seuni ist zu deutsch „Scheune". Kopt. noeik „Ehebrecher", ursprgl. „fututor", vgl. arab. na'ik, niederdeutsch nöken. Kopt. hime „Frau", japan. hime „Dame, Prinzessin". Arab. 'akkär „Ackerer'. Mittelhochd. rif arab. rif (cf. riva) „Ufer", arab. tau „Tau" u. a. m., wobei nordfries. „Mann" als Bezeichnung für „Frau" an das hebr. isch und ischa erinnert. Strindberg vergleicht im 2. Bd. seines „Blaubuchs": miscere, megnymi, hebr. masakh, sanscr. micna; Stier, schwed. tjur, thauros, taurus, sanscr. sthörin, hebr. schor; schwed. get oder kid,Geiß, Kitze, lat. hädus, hebr. gdi; griech. aldeo, hebr. jalad; engl, eye, hebr. ajin; hebr. gail, griech. gaio (franz. joie; engl, joy); hebr. mar, lat. amarus; hebr. schesch sechs; hebr. labhi, griech. leon; ur pyr fyr; hebr. gal Quelle; dardar, engl, dart usw. Auf sicherem Boden stehen wir bei erweisbaren Entlehnungen, wie \xva — nm, kbqutiov — rT-is,

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