Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 422)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2638044-2638083-2638084--2406-2639780- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Job 1× ep/1005326
OCR text
412 Grunwald, Berufe der Juden. (Spr. 6, 29; 7,5; 9, 21). Wie Damaskus in Samaria, hatten israelitische Kaufleute in der Hauptstadt Syriens ihre Bazare. Noch wirksamer waren gegenseitiges Incolat und Handelsprivileg zwischen Phönizien und Israel, insbesondere dem Nordreich, von dem Hosea (12, 8) ausdrücklich sagt, daß es durch Handel reich geworden. Auch Jerusalem stand derart unter israelitischem Einfluß, daß Secharja (14, 20) es geradezu als Wahrzeichen der erhofften glücklichen Zukunft hervorhebt, der „Kenaani" werde aus dem Hause des Herrn verschwinden. Offenbar war dort der Phönizier als Händler und Geldwechsler heimisch. Wie in Jerusalem Phönizier ihren Bazar innehatten (Ceph. 1, 11), in dem sie besonders mit Fischen handelten (Neh. 3, 16, vgl. Ijob 40, 30), ebenso wohnten Israeliten in Phönizien (1 Kön. 7, i3f., Mika 1,10 usw.). In Salomo's Harem befanden sich Phönizierinnen, Ahab steht mit Phönizien in verwandtschaftlichen Beziehungen. Der Baalskult wurde von dort eingeführt, gegen den Elias nicht nur aus religiösen, sondern auch demokratischen und sozialen Beweggründen einen Kampf aufnimmt, der von späteren Propheten fortgesetzt wird. Unter Jojakim finden wir Tyrus und Sidon ebenso wie die anderen Kleinstaaten Kanaans im Bunde mit Juda (Jer. 27,3). Daß Tyrus über den Fall Jerusalems jubelte, entsprang nach den Worten Ezechiels (Kap. 28), der Freude über die Beseitigung eines Hindernisses für den eigenen Handel. Als Konkurrentin oder Zollstation (wie Gad) war Jerusalem als lästig empfunden worden. Waren somit die Beziehungen des hebräischen Hinterlandes im allgemeinen mit den phönizischen Küstenstädten lebhaft genug, so gilt dies in ganz besonderem Maße für die unmittelbar angrenzenden Stämme Sebulon, Issachar, Ascher, Dan und Naftali. Von Sebulon sagt der Segen Jakobs: „Er wohnt an der Küste des Meeres, auf Schiffsplanken ist er zu Haus. Seine Hüfte ist an Sidon". (Phönizier zusammen mit den „Syrern" stellen dem Xerxes 300 Trieren!) Im Segen Moses (5 Mose 33,n) heißt es von ihm: „Freue dich deines Auszuges!" Hierauf die dunklen Worte: „Völker laden sie auf den Berg, dort opfern sie Opfer der Gerechtigkeit (im Texte: zibche