Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 420)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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410 Grunwald, Berufe der Juden. erstreckten sich offenbar auch auf die Ofir- (d. h. Afrika)fahrten, die Salomon mit Hilfe phönizischer Seeleute unternahm (1 Kö. 9, 26ff.). Die Häfen von Elath und Eziongeber an der Nordküste des Roten Meeres im Gebiete Edoms gingen später verloren und damit die Möglichkeit dieser Seefahrten, bis Josafat sie nach 80 Jahren, allerdings ohne Erfolg, wieder aufnehmen wollte, wie es heißt, um Schiffe nach Tarschisch zuschicken (1 Kö. 22, 49; 2 Chr. 20, 36), worunter eine Gegend außerhalb des mittelländischen Meeres zu verstehen wäre (nach Josephus IX, 1, 4 der Pontus). Von dem Könige Uzzia wird sodann noch berichtet, er habe den Hafen Elath, der den Judäern verloren gegangen war, wieder in Besitz genommen, ohne daß eines neuen Unternehmens zur See Erwähnung getan würde. Immerhin scheint, abgesehen von den Ruinen von Zimbabije an der Ostküste Afrikas, in denen Peters Reste einer semitischen Ansiedlung entdeckt haben will, die Handelstätigkeit Salomos, die ein königliches Monopol war — auf ein solches scheint auch die Marke auf in Palästina ausgegrabenen Krügen hinzuweisen —, dauernde Spuren hinterlassen zu haben. An der Grenze des Gebietes der unabhängigen Berbern stand noch im 6. Jahrhundert ein Tempel, den angeblich Salomo gegründet hatte. Anderwärts finden sich, nach alten Überlieferungen, noch Kaufhallen aus den Zeiten seiner Ofirfahrten. In Wirklichkeit liegen hier wohl Reste nicht gerade eines salomonischen, sondern eines allgemeinen jüdischen Welthandels vor, von dem bisher zu wenig Kenntnis genommen wurde. Wenn wir die alexandrinische Schiffahrt (vgl. auch Psalm 107) und im 4. Jahrhundert die im westlichen Becken des Mittelmeeres vielfach in jüdischen Händen finden, wenn ferner seit dem 7. Jahrhundert von einem lebhaften jüdischen Handelsverkehr zwischen Frankreich und Spanien und dem Osten bis nach dem Nordosten Europas und von dort zur See wie zu Lande bis nach China berichtet wird, wo ihre Anwesenheit im Süden seit 878 bezeugt ist1), wenn ein jüdischer 1) Von dort drangen sie über T'süan-chou fu, Hangchou, Ningpo (jüd. Kolonie, 2. Hälfte d. 15. Jahrh.), vielleicht auch Nanking nach