Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 419)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Berufe der Juden. 409 Die andere Säule hieß „Hypsouranios", etwa gleich dem phönizischen Beischemen, dem „Himmelsherrn". Als Analogien zu diesen beiden Säulennamen werden auch die Bezeichnungen der beiden Säulen vor dem Tempel Salomos verständlich. Die eine hieß nach dem Bericht der Bibel „Jakin", die andere „Boaz" (= TJ^J»1) cf. iT»Tft phön. Htjnnj?, bysty u.a., Mitteil.VIII, 143). Boaz ist der Stammvater der Familie Davids, wie Esau der Hirams. Der Name „Jakin" hätte demnach, wie Beischemen den Stammesgott der Phönizier, die Gottheit Israels zu bezeichnen. In der Tat ist Jakin, von dem phönizischen „kun" sein, die genaue phönizische Übersetzung des Tetragramms, des vierbuchstabigen hebräischen Gottesnamens, eine Übersetzung von Eigennamen, bzw. Ersetzung durch ein Äquivalent, wie sie auch sonst, z. B. in Cheref= Joreh und in der Verschmelzung orientalischer Gottheiten mit griechischen usw. vorliegt, und wie insbesondere neben dem hebräischen Schelemjahu ein phönizisches Jakinschelem sich findet, wo Jahu (vgl. auch Anat-Jahu in Assuan, Jahimilki in Tyrus, Jahu in Gaza und sonst in Vorderasien, sogar mit einem Gottesbild), die Abkürzung des Tetragramms, dem Jakin entspricht (phön. Jako[n] Jakin [Eschmun], wie Kemosch (Kar)kemiseh, hebräisch Jojakin Jekonjah). Die Verträge zwischen Hiram und Salomon, die Flavius Josephus noch im Staatsarchiv zu Tyrus gesehen haben will, (die roten Rosse), Hab. 3,2, vgl. die Hippokampen Karthagos (Pietschmann 173) und 2 Kön. 23, n (die Rosse im Tempel zu Jerusalem). Kerberus, der Wächter vor dem Berge der Grabesregion (PlETSCHmann 177), vgl. Kerub (cf. Ez. 28, i2ff., die Vieläugigkeit des Argus, vgl. Ez. l,3s; 10,i?, cf. den Stein (!) mit den 7 Augen: Sech. 3,9), yqvtp, Greif. Vgl. auch Sech. 6, i, ZAW. 29, 119, 122. 1) Man will auch in Bo'az eine Verstümmelung von Ba'al, in Jakin des Tetragramms (zu vergleichen wäre alsdann das jakeh jose eth Jose, s. oben) sehen. Vielleicht wäre dann hierin eine Analogie zu den beiden Bäumen im Paradies zu erblicken, wobei Baal das böse Prinzip dargestellt hätte. (Kultur von bösen Engeln gelehrt, VOLZ 273.) Über die beiden Bäume zu Eridu vgl. Riessler, wo lag das Paradies? 408. (Lebensbaum auch bei den Äg. 1. c. 409). Zu „Sonne und Mond als Augen des Himmelsgottes" (s. oben) bei den Ägyptern u. Indern im Arch. f. R.-W. 1,234. Sonne als AugeGottes, Hess. Blatt, f. Vlksk. VIII, 185.