Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 418)
- Language
- German
- Belongs to
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408 Grunwald, Berufe der Juden. tyrischen Macht, dem Könige Hiram1), und Israel herrschte^ und Hirams Selbstüberhebung, indem er für sich, den „Melkart", das heißt „den König der Stadt", göttliche Verehrung forderte, ganz in ägyptischem Geiste, dem semitischen aber schnurstracks zuwider. Die Freundschaft, die Hiram mit David und Salomo verband und die Arnos einen „Bruderbund" (B'rith achim) nennt, ist vielleicht auf verwandtschaftliche Beziehungen zurückzuführen. Als „Bruder" Israels wird in der Bibel nur Edom, die Nachkommenschaft Esaus, bezeichnet. Während allen sieben Völkerschaften des vorisraelitischen Kanaan der Krieg erklärt werden soll, ausdrücklich darunter auch dem Stamme des Kanaanäer, zu denen, wie erwähnt, doch die Phönizier gezählt werden, bleibt Tyrus unbehelligt. Andererseits wird Edom anzugreifen geradezu verboten. Hiermit im Zusammenhange steht vielleicht die Tatsache, daß die eine der beiden Säulen vor dem Melkarttempel in Tyrus nach griechischem Bericht den Namen „Usoos" trug, der dem hebräischen „Esau" entsprechen würde2). 1) Über Salomos Verhandlungen mit Hiram und einem Tyrier, der Sal. die Palme der Weisheit entwand: Salzberger, S.'s Tempelb. 17. Israel — Edom, ZMDG. 65, 506. „Bruder" Nöld.-Festschr. 356, Musil Ar. Petr. II, 35. 2) „Edom" wird mit 3>om§ (die „Rothäute") übersetzt, Phönizien im Norden entspricht Idumäa im Süden. Phönizier mit den Idumäern in Verbindung Arnos 1, 9, sie hängen von ihnen, auch von den Philistern ab, wie früher von den Juden, solange diese Häfen am Roten Meer besaßen (Elon auch Name eines Richters!). Die Trennung dürfte auf die Katastrophe am Toten Meer zurückzuführen sein. Ihre Wanderung vom Roten Meer nach Norden bei Herodot I, 1; VII, 89. Von der „roten Erde" in Kolchis spricht Plinius 33,37. Daher wohl das „Erythräische Meer" (Erythrae in Jonien mit einem Melkartmonument: Pausanias VII 5, 5) und Ez. 27,17 a:D (phönik.) kolchischer Weizen. Über (Usoos) s. „Mitteil." VIII, 143 u. 146. Usoos (König von Tyrus: Sankonj. 16, Drucker, Gesch. d. Alt. 341) vgl. hebr. und (Esau's Sohn), yiy und T"D (? T«) sind Brüder: Gen. 22,21, vgl. Jer. 25,20.23; Ijob l,i. 32. 2. Seir Sehin'ar (Jos. 13) vgl. Psalm 137,7 f. (Edom als Tochter Babels). Usoos wagte sich zuerst aufs Meer. Von den Phöniziern kam, nach Plinius V, 17, die Kriegskunst und nautische Gestirnkunde, (nach David Kimchi von bezw. liy) Ijob 38,32 Plejaden Ooivii;, der phöniz. Stern, Secharja 6,7