Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 401)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Grunwald, Jüdische Mystik. 391 Es war das als „Schild Davids" bekannte Hexagramm1), in dessen Form man sich den großen 72buchstabigen Gottesnamen zu denken hat. Aus der Zusammenstellung mit dem Schilde Melkarts wird die Bezeichnung „Schild David's" erklärlich für das Zeichen, das sonst als „Siegel Salomo's" bekannt war, das „nach der Allegorie des Ostens (wie der Fuß von St. Michael) auf die rebellischen Geister in ihrem ,Abgrunde6 oder ,Gefängnis' gesetzt wird" (Jennings, Die Rosenkreuzer 1,166). Wiederholt wurden auch die Buchstaben TT7, zumal in der alten hebräischen Schrift, in der das T die Gestalt eines Dreieckes hat (The Jew. Guardian 13. X. 1922), in dem Hexagramm gesucht. In seiner Schrift über die Cheopspyramide hat Nöthling, unabhängig von Jennings, der a. a.O. bereits von einer Doppelpyramide im gleichen Zusammenhange spricht, jüngst gezeigt, daß diese Pyramide so wie birmanische Pagoden — zu ergänzen wäre das Bauwerk Fig. 111 in Musil, Arabia Petraea II2) — nach dem System des Hexagramms gebaut ist, daß dieses ein kosmisches Zeichen ist, das die Umlauf zeit der Erde um die Sonne darstellt. In den Buchstabenwerten der Worte „Magen David" wird in Nöthlings Buch sogar die Zahl tp festgestellt, wobei po 93 mit Weglassung der Zehner als 3 gezählt werden müßte und TH 14 einzusetzen ist (3, 14). Von altersher galt das Hexagramm als Zeichen für den Stein der Weisen, die Versöhnung der schärfsten Gegensätze, des Wassers (Dreieck mit 2 Sam. 7, 9, auch darin gleichgestellt werden, daß im Gebet, wie ein „Schild A.'s", ein „Schild D.'s" zu erwähnen sei. Über Behemoth u. Livjathan: ZDMG. 57, 488, die Mahlzeit im Paradiese: 1. c. 507. 1) Die Ausführungen G rotte's (Monatssehr. f. d. W. d. Jud. 1922,1) u. a. über diesen Gegenstand erklären sich daraus, daß ihnen meine Arbeiten über den Magen David nur zum Teil bekannt waren. 2) Auch die Menora, zumal wenn man an die Abbildungen mit stufenförmigem Fuße denkt, erinnert an diese Form. Ihr Fuß in der Darstellung am Titusbogen zeigt Hippokampen ähnliche Figuren (vgl. Habak. 3,15) und Adler als Repräsentanten des Wassers, d. h. der Meerestiefen wie der Wolken. An Leviathan's Flossen hängt die Welt, auf ihnen steht der große Adler, dessen Haupt Gottes Thron erreicht: Bin Gorion, Sagen der Juden, 1,16. Vgl. den „großen Adler" Apoc. 13 und die Bezeichnung für eine weltberühmte Größe wie Maimonides.