Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 400)
- Language
- German
- Belongs to
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390 Grunwald, Jüdische Mystik. * Kopfe der Tiamat und Greifenköpfen in griech. Darstellung (GUNKEL, 28), vielleicht die „Wasserblüte46 (p"r"ch auch Bezeichnung für den „Kopfgrind"). Auch die Schlange am jetzt entdeckten Königsthron (Tutankhaton) Tutankhamens trägt eine Krone (der Wechsel des Namens wohl bei der Thronbesteigung wie im A. T.). Die hier und unten behandelten Gegenstände, wie die Öffnung der Unterwelt (b'er und erec, vgl. Gunkel, 429), der Regenbogen, das Manna, der Stab Moses, der Schamir, [vgl. Aschmedai, (Kaminka JQR. 1922, p. 223 will in A. Smerdis erkennen; wahrscheinlicher ist ein „Aischmodaiwa", vgl. Hüsing, Iran. Myth. 30; zu Jama, 1. c. 13 s. oben Jamus; Jannes — Jambres Ea — Marduk: ZAW. 28,186; 32,494 u. unt.] die Schrift, die Bundestafeln u. a. wurden, nach Aboth 5, io, als Nachtrag zum biblischen Schöpfungswerk geschaffen. — Von dem Ringe Salomo's sagt Salzbbrger (Die Salömo-Sage, 124): „Er erinnert durch seinen blendenden Glanz an den leuchtenden Sonnenball, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß wir in Sal. als Träger dieses Ringes die verblaßte Nachbildung eines Helden aus einem alten Sonnenmythus zu sehen haben". Von einem Fisch verschlungen, bestrahlt der Ring durch den Bauch des Fisches weithin das Meer, wie, nach dem Midrasch, der Edelstein in der Arche Noahs. „Ist das nicht die Abendsonne, die von einem Riesenfisch des Meeres verschlungen, noch eine Zeit lang die Fluten vergoldet? Und wie das Böse das Licht des Tages scheut'und flieht, so scheuen und fliehen die Satane Sal.'s Ring." Sie kpnnten ihn nicht ansehen, ohne zu verbrennen. — Auf dem Siegelsteine des Ringes, der nach dem Testam. Sal. von Mikhael, nach arab. Tradition von Gabriel dem Sal. übergeben wurde, stand ein Pentalpha, auf Ring und Kette der wunderwirkende Gottesname eingegraben; sollte beides identisch sein? Wunderkräftig war auch der Schamasch(!)- Ring in babyl. Überlieferung (Salzberger, 115). — Auf einer der Figuren, die sich im Nachlaß der Templer vorgefunden haben (Mitteil. X, S. 138) wächst aus dem Schöße einer größeren Gestalt eine kleinere. Ähnlich entspringt in der Kabbala dem Busen des „Abba we'umma" der Kopf des „Ze'ir anpin". Hier liegt der Gedanke zugrunde, daß das Wasser das Feuer aus sich erzeugt, wohl auch angedeutet in dem Bilde des Pelikans, der seine Jungen mit seinem Herzblut nährt, das, wie das Hexagramm, als Zeichen für den Stein der Weisen gilt und das Siegel der Amsterdamer Gemeinde bildet. Darstellungen einer jüngeren Figur am Busen oder im Schöße einer älteren männlichen (vgl. Baudissin, ZDMG. 66, 187) weisen auf den „Schoß Abrahams" hin. Die Bezeichnung „Magen David et Abraham", als Titel einiger den Gegenstand behandelnder Bücher aus dem XVI. Jahrhundert (Mitteil. X, 167), deutet an, daß man David, den Messias, aus dem Schöße Abraham's, des Weltengrundsteines, hervorgehend, im Davidsschild zu sehen hat. Der „Schild" David's entspricht dem „Schild Abraham's" (1 Mose 15, i) nach Ps. 18, 36. Nach Midr. tillim z. St. u. Pes. 117b sollte David, entsprechend