Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 399)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Jüdische Mystik. 339 i Ratgeber, riet ihm, den Stein sofort mit dem Namen Gottes zu versiegeln1). Welches war dieses Siegel Davids2), mit dem er die Tehom, d. i. die Tiamat der Babylonier, die Mardnk erlegte, bändigte, wie Melkart den Antaeus mit seinem Schilde besiegt hat3)? 1) Der Abgrund mit dem furchtbaren Namen versiegelt: Gebet Manasses 3. 2) In der Annahme, daß der Grundriß des Tempels zu Jerusalem das Hexagramm war, bestärkt die Bezeichnung des Tempels als „Name Gottes" (Tobith 13, n, vgl. Volz, Eschatologie 22,304), dessen graphische Darstellung des Magen David war. Über Davids Wiederkunft und sein „Reich": Volz 1. c. 209, 218; 342. 3) Auch Indra kämpft mit dem Wasserdrachen, Beowulf mit dem Wasserungeheuer Grendel, Siegfried mit dem Drachen, Dietrich von Bern mit dem Meerriesen Ecke, Freyr mit dem Meerriesen Beli, Thor mit der Midgarschlange. Der Kampf des Knaben, der unter seinen Geschwistern der jüngste ist, mit dem Drachen in der Ap. Joh.12 weist Anklänge an den Kampf Davids, des jüngsten Sohnes Isais, mit dem Wasserungeheuer Tehom auf, das mit jenem Drachen identisch ist, der in der Tiefe versiegelt wird (20,3). Daß der Drache mit seinem Schwänze, der in der persischen Darstellung krokodilartig, in der mandäischen als Fischschwanz (Gunkel, 381) gestaltet ist, Sterne herabwirft (20,4, vgl. Dan. 8,10), wie man Äpfel herabschüttelt, weist auf eine Sonnenfinsternis (s. unten) und die Vorstellung vom Weltbaum hin und steht dem Mythos von der Himmelsschlange nahe, die „die Ställe mit Stroh" (die Sterne in Rohrhütten: Gunkel, 362) verschlingt (s. unt.), wie ja (vgl. die Stellen bei Gunkel, Schöpfung 321) dieser Drache mit Stroh gefüttert wird. In dem rätselhaften Agpccysdcov (16,3 6) möchte ich (vgl. migdonoth Pretiosen) im Gedanken an den edelsteingeschmückten Gottesberg (Ez. 28,13), die Himmelspracht mit Edelsteinen, Lebensbäumen und Lebenswasser, Apoc. 21—22, und die Schilderung der 7 Berge aus Edelsteinen, des Gottesthrones aus Saphir, wo die Geheimnisse des Regens, Taues usw., und die Sterne „gebunden" sind (Henoch, 14 u. 18), ein „har migdon" vermuten. Parallel läuft der Mythos vom Kampfe des Engels mit dem Drachen (20,1), analog dem des Engels Gabriel, des Herrn des Feuers, mit dem Livjathan, dem Wasserungetüm. Dem Erzengel Mikhael wird von Kesbeel der unaussprechliche Name, durch den Himmel und Erde geschaffen sind, geraubt (Henoch 69,13-23), wie Salomon sein magischer Ring von Aschmedai; auch hier der Gottesname, der feindliche Mächte bannt. Die Kronen auf den Köpfen des Drachen, Apoc. 12 und 13, sind der im Kampf mit dem Drachen erbeutete Edel(Schlangen-)stein, der knospenartige Aufsatz auf dem