Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 398)
- Language
- German
- Belongs to
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388 Grunwald, Jüdische Mystik. ben Israel'*,-von Rembrandt illustrierte, „Piedra gloriosa" handelt1). Mit diesem Stein hat es aber noch eine andere Bewandtnis, wie aus Beer-Hofmann's „Traum Jaakobs" weiteren Kreisen bekannt geworden ist. Es ist der Stein, auf dem nach David's Plan das Heiligtum zu Jerusalem errichtet worden ist. Der Stein Schetijja2), der die Wasser der Unterwelt verschließt, daß nicht wieder eine Sintflut die Erde überflute. Zu diesem Steine kam David, nach der jüdischen Tradition, als er den Grund zum Tempel legen wollte. An dem Brandopferaltar in Jerusalem befanden sich Röhren, durch die man am Sukkothfeste Wasser goß, das, wie man annahm, zu den Wassern des Abgrundes hinabfloß. Diese Kanäle, die somit die Wasser oben mit den Wassern unten, Oberwelt und Unterwelt verbanden, erinnern sogleich schon durch ihre Bezeichnung Schithin an die hiernach benannten Kanäle der Kabbala. Beim Graben dieser Kanäle stieß David3) auf einen Stein, der ihn davor warnte, ihn von der Stelle zu rücken. David tat es trotzdem und sogleich brachen die Wasser der Tiefe hervor. Achithofel4), Davids 1) Vgl. den leuchtenden Stein, den Roland im Kampfe mit dem Riesen aus dessen Schild erbeutet: Pachinger, Glaube und Aberglaube im Steinreich 8. Daselbst 28 über die Kraft des Saphirs. Über Wundersteine in Verbindung mit Schlangen: Cassel 236. Aus Saphir auch der Stab Moses: S. hajaschar. Stern über der Schlange: Dupuis 231. 2) P. Cassel, Aus Literatur und Symbolik, 115, will im Zusammenhange mit dem Gral in dieser Bezeichnung den „Stein des Mahles" sehen, das „Tischlein deck' dich", wie es auch im „Zauberstein" der ukrainischen Volksmärchen (Ricola-Verlag, S. 1) vorliegt. Er bringt ihn mit dem Manna in Verbindung utfd dem Stein, von dem Jesaja 28, i6 spricht. Von ihm aus begann die Schöpfung der Welt, als deren Nabel er anzusehen, NORK 1. c. 375. Der Grundstein der Welt: Bin Gorion, Sagen 1,13, vgl. Jes. 57, e, Z. Schles. Vlksk. XIX, 81, 86. 3) Daß er auch in der Luft schweben konnte: Jellinek, Betham. V, 111. Auch Eliezer, Pinchas, Bileam, Elia, Habakuk, Ezechiel und Jesu konnten fliegen. Ähnl. im N. T. und Koran: Marmorstein, Arch. XVI, 169. 4) Er lehrte David 2 Worte (Aboth. 6, 3). Der Midrasch zu Jes. 26, 4 (vgl. Rübin, Agada 38) und Jalqut zu Ps. § 727 sprechen von den beiden Buchstaben (j und h), mit denen die Welt (Diesseits und Jenseits) geschaffen wurde; in der Kabbala sind es die 2 Worte j'h und h'v'j'h.