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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 393

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 393 (sequence 397)
Language
German
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Grunwald, Jüdische Mystik. 387 der Überlieferung gleichfalls aus Saphir gefertigten Bundestafeln. Es ist der Stein1), auf dem Jakob von der Himmelsleiter träumt, dem Urbild des Planetenturmes zu Babel, dem der Turm Davids2) entgegengesetzt wird3). Es ist der Stein, mit dem David, der Erlöser seines Volkes4) (Jer. 30, 8ff.; Ez. 34, 22ff.; 37, 21 ff.), der rote Held, wie Melkart (die Sonne), und, wie dieser, Stadtkönig von Tyrus, später König in der „Stadt Davids", den Riesen Goliath tötet, und dessen mit magischen Namen beschriebener Schild, nach David Reubeni, noch zu seiner Zeit im Bethause zu Bologna gezeigt wurde. Dieser Stein zertrümmert das Bild in der Vision Daniels, wovon Menasse mexikan. Gesang des Maisgottes (bei R eitzenstein, Liebe und Ehe in Ostasien, 74): „Geboren ist der Maisgott aus dem Orte, wo die Blumen stehen..., wo die Kinder der Menschen gemacht werden, wo man die Edelsteine fischt". Auf der 9. Tafel des Gilgamesch-Epos heißt es vom Lebensbaum: „Samtu-Steine trägt er als Frucht". Lasursteine trägt die Krone". In die Unterwelt hinabgesenkt sind die Bäume Edens nach Ez. 31, ie. — Das Lebenswasser als Märchenmotiv: Es ist die Vegetation, die vom Winter (Drachen) gefangen gehalten, von der Frühlingssonne befreit wird. Das junge Wachstum erliegt aber oft neuen Winterfrösten. Der durch das Lebenswasser wiederbelebte Jüngling ist die den Spätwinter doch überwindende Sonne (Wünsche, Lebensbaum, 164). — Nach Wellhausen, Reste arab. Heidentums (s. unten, auch bei Feuchtwang, 50) ist der siebenmalige Umlauf der Pilger um die irdische Kaaba gleich dem Kreisen der Engel, d. h. der heidnischen Planetengötter, um den mystischen Stein als Weltmittelpunkt. Genau dieselbe Vorstellung knüpft sich an das kleinasiat. Gegenbild der Kaaba, die Kybele dfiqpccfo} als Göttin des heiligen Berges und als mystischer Nabelstein oyupalri Göttermutter als Weltmittelpunkt des hat La. Plato (Phaedros) schildert den Reigen der unsterblichen, unter Führung des Zeus auf ihrem Flügelwagen das Firmament umkreisenden Götter, bei dem Hestia allein im Hause der Göttin zurückbleibt. Über Hestia als Weltnabel und die entsprechenden altjüdischen Vorstellungen 1. c. 39. An das Zurückbleiben des Hestia erinnert das Licht im Thoraschrein während des Umzuges der Thorarollen am Simchath Thora. 1) Vgl. „eben chen" Spr. 17, 8 und GRÜNBAUM, G. Abh. 135. 2) Auch auf der „Davidsmünze" der jüd. Überlieferung. 3) Der messianische Turm: Volz 340, 358. 4) Winckler, D. Weltansch. d. alt. Orients, 40, stellt in anderer Hinsicht David mit Marduk zusammen, der, nach Epping, Astronom. 173 Merkur. Sonne gold. „Schild" Nöldeke-Festschr. 1054. 25*

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