Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 396)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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386 Grunwald, Jüdische Mystik. entschwinden, wenn die Sonne aufgeht, dann aber wieder erscheinen. Nach dem Kampfe hängt Melkart seinen Schild an den Sonnenbaum. Diesen wunderbaren Schild zeigte man im Tempel zu Gadeira1). Beachten wir diesen Schild des Melkart und jene leuchtenden Steine des Gottesgartens. Die Steine2), in den Legenden meist als Saphire bezeichnet, erinnern an die Stelle im Exodus 24, wo eine Gruppe (accile, vgl. Aciluth, die oberste Welt!) im Anblick des saphirstrahlenden3) Gottessitzes ein Mahl einnimmt. Hier dürfen wir wohl das Vorbild der Tafelrunde des Amfortas suchen, deren Mittelpunkt der strahlende Gral4) ist, wie im alten Heiligtum Israels die, nach 1) Orest hängt sein Schwert an den Lorbeer zu Rhegium. Das goldene Vlies, von den Argonauten an der Buche des Ares aufgehängt, galt den Griechen als Symbol des Himmelskönigs Zeus (vgl. Schwenck, D. Sinnbilder d. alt. Völker). Marduks Bogen am Himmel, ZDMG.76, S.96. 2) Die Perle Firuz (oben: Hausapotheke Nr. 4), vgl. Peroz (Schulz, Gnosis 113), Firuz Schabur von Persien (F. Name einer karäischen Familie, MGWJ. 57, S. 44), Perwis in 1001 Nacht (ed. Weil) 617, 637; Fritschel in walach. Märchen: Wünsche, Lebensbaum. 3) Vgl. 1 Sam. 21, io, eine ähnliche Vorstellung: 1 Mose 9,13. 4) Hier liegt die Idee des Tischlein-deck-dich zugrunde, wie beim Eben schethija (über ihn vgl. die Zusammenstellung bei Feucht Wang, Das Wasseropfer). Nach dem Sohar liegt im Allerheiligsten „das Herz der ganzen Welt, von dem aus alle Orte der Erde gespeist werden" (1. c. 35). Ijob 39,29 („von dort erspäht er — chaphar — Speise") bezieht Raschi auf den Hohenpriester, der beim Eben sch. um Nahrung für das Volk betet. Gleichfalls im Sohar (1. c. 24) ist von Steinen die Rede, die sich in den Urgründen wälzen. Das Licht dringt in sie und Wasser quillt aus ihnen. Jeder Kanal quillt mit lautem Getöse empor usw. Bei dieser Schilderung denkt man an die Märchen von der Wassergöttin mit ihren unermeßlichen Schätzen, auch an den Blau (-Himmel) - grund, den eigentlichen Mutterboden für Edelsteine. „Durch den aus Kalk- und Sandstein gebildeten Untergrund sind glimmerhaltige Massen in die Höhe getrieben worden, die sich mit dem Urgestein zu einem festen bläulichen Tuffgebilde vermengten. Der glühende Schmelzfluß, der aus dem Erdinnern empordrang, hat in den Blaugrund Röhren und Gänge gerissen und dort Diamanten abgelagert" („Zukunft", XVII, 15, S. 80). Eine solche Gedankenverbindung, für die geologische Kenntnisse nicht unbedingt erforderlich, würde auf ein Land mit. Edelsteinproduktion, wie den „Gan eden", hinweisen, wozu Lebensbaum und Lebenswasser sehr gut stimmen. Vgl. auch den alt-