Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 390

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 390 (sequence 394)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2638044-2638083-2638084--2378-2639752
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

384 Grunwald, Jüdische Mystik. Ezechiel und Secharja soll es einst ausgehen von Jerusalem, dem Gottessitze; es ist der Brunnen der Mirjam, der, nach dem Midrasch, die Israeliten auf der Wanderung durch die Wüste begleitet, es ist das Wasser, aus dem in der arabischen Legende Chidr ewige Jugend trinkt und aus dem der messianische Held Wunderkraft schöpfen wird, was Psalm 110, i mit den Worten anzudeuten scheint: „Aus dem Bache am Wege wird er trinken und darum sein Haupt erheben". In Märchen, auch im jüdischen Maasse-Buch, sind es dankbare Tiere, die dem Helden von dem Wasser des Lebens oder das Lebenskraut oder Blätter vom Lebensbaume bringen. Den Zugang zum Garten und Lebensbaum bewacht ein Drache oder ein Riese, mit dem der Held kämpfen muß oder ein Kerub (Greif, Cerberus). Vom Könige von Tyrus sagt der Prophet Ezechiel im 28. Kapitel: „In Eden, im Garten Gottes, dem Göttersitz, dem heiligen Berge Gottes1), warst keiten (1. c. 14,! das. u. ZMDG. 57, 476. Jannes und Jambres, arab. Risam und Rijam). Nach jüd. Tradition umgaben den Thron Palmbäume, umwickelt mit Byssusgewändern, in ihren Wipfeln elfenbeinerne Pfauen (1. c. 91). Diese Bäume erscheinen wie Blitz und Regenbogen! (1. c. 92). Palmen und Weinstöcke in der arab. Sage: 103. 1) Als solcher Göttersitz galt der Libanon. Holz von den Zedern des L. wurden im babyl. Kult dem geweihten Wasser beigemengt: Jastrow, Rel. Babyl. 11,202. (Vgl. 2 Mose 15,25: Holz aus dem Garten Gottes, wo Ströme von Milch und Honig, versüßt das Wasser.) Nach Ez. 31, s standen Zedern im „Garten Gottes", die „Gottes- Zedern" (Ps. 80,11), die Gott gepflanzt hat (104, ie). „Wenn die Zedern Salomos vom Libanon sind, die isr. Urgeschichte aber entschieden nach Süden in die Sinaihalbinsel hinabweist, so muß auch dort die früheste Heimat der Zeder, somit auch der Phönizier sein, die sie nach Norden mitbrachten und auf den Libanon verpflanzten. Der Libanon ist ein Sohn, der Zion ein Enkel des Sinai" (Jakob, Pentateuch, 159). Gleichviel, wo wir uns den Sinai lokalisiert denken, diese Feststellung stimmt zu allem, was wir von den Phöniziern wissen. S. 26 1. c. schreibt Jakob : „Es ist wohl kein Zweifel, daß die mit ausgebreiteten Flügeln schützend und bewachend über der Bundeslade schwebenden und in die Teppiche sowie den Vorhang des Allerheiligsten eingewebten Cherubim an die Cherubim gemahnen sollen, welche den Eingang zum Paradiese bewachen, sowie an den „joscheb ha-kerubim". Es ist sogar sehr wahrscheinlich, daß für den Tempel hauptsächlich deswegen die mit vieler Mühe herbeigeschafften Zedern

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.