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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 384

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 384 (sequence 388)
Language
German
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378 Grunwald, Jüdische Mystik. Seite man das Weltall betrachtet. Der Mensch spiegelt in seinem Wesen bis ins einzelne alle Komponenten des Weltalls wieder, und das Weltall ist der Adam Kadmon, d. h. das Urbild, dessen Abbild der Mensch ist. Um in Einzelheiten einzugehen: dem Saturn, der den Sonntag beherrscht, entspricht unter den Gliedern des Menschen das rechte Auge; den 32 Kanälen (Schithin), die die Sefirot mit den Potenzen der tieferen Welten verbinden1) — es sind die Zahlen 1—10 plus den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets —, die 32 Zähne in unserem Munde2). Eine Vorstellung, die sich bereits in den ältesten Urkunden der Ägypter und Inder angedeutet, ausgeführt bei den Neuplatonikern3) findet, wo von einem „Himmelsmenschen" die Rede ist, dessen Gestalt und Wesen aus den Tierkreisbildern sowie aus den Planeten zusammengesetzt ist. Und aus Bildern am Himmel sind vermutlich die 22 Buchstaben entstanden; sie entsprechen den Mondstationen. Was bedeutet aber: „Elohim hat den Menschen geschaffen?" Woher kommt Elohim? Die Gottheit selbst steht für den Kabbalisten jenseits aller menschlichen Erkenntnis, allem Forschen des Verstandes unerreichbar. Von ihr wissen wir nur aus ihrem Wirken in der Welt, wie wir den einen zweier Doppelsterne nicht sehen, sondern auf sein Dasein nur aus den Erscheinungen schließen, die wir an dem anderen wahrnehmen. Sie ist das Ensoph, d. h. das Absolute. Unser Verstand kann aber nur in Begriffen denken, nur Determiniertes fassen, wie er selbst dreidimensional determiniert ist. Das jüdische Bekenntnis „Gott ist einer 1) Ijob 38,25 Kanäle für den Regen. 2) Vgl. die 24, bzw. 36 Körp er teilauf Zählungen im alten Orient und sonst: H K II, 872, ccQt&iibg ccvögSicov (vgl. GUNKEL 377) und die 24 ^Q8aßvt£QOL}Apoc. 4. Gliederzucken ZMD G. 63,459.170. Z. Sehles.Vlksk.ll, 98. 3) Arch. f. Rel.-W. XIII, 260: Kopf im „Widder", Füße in den „Fischen" usw. 36 Dekane. Nach A. Jeremias, Panbabylonisten 45, soll die große Neun der Ägypter die Vierteilung des Sonnenlaufes (36 Dekane : 4 x 9 mit der Dreiteilung des Mondlaufes (27 Tage: 3 x 9) in sich vereinigen. Diese 36 erklärt die Zehnerwoche der Griechen (360:10); die 42 Gaue Ägyptens, vgl. 42 Totenrichter, wohl die 420 Arten von Dämonen. Über 36 u. Dekane s. ZDMG. 57, 481. 489 f.

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