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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 375

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 375 (sequence 379)
Language
German
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S. M., Jüdische Sprichwörter und Redensarten, 369 344. Chai w'kajem schreien. Stelle in der Festliturgie, die sehr laut gebetet wird, daher Parodie auf ohnmächtigen Hilferuf; s. Bernstein a. a. (X, S. 81. 345. E' Techt'l Mecht'l onfang'n. 346. E' ganze Chad gadje. Eine zusammengewürfelte Gesellschaft. 347. L'oilem tikkach. Prinzip der Habsucht. 348. Er is' e biss'l ongebrinsch'lt (angebrannt) (slov.). Ein närrischer Mensch. 349. Speib d'rauf, klebt's. 350. Es reg'nt, de Kalle is e Nascherin. Viell. entstanden im litauischen Jargon, wo sch ss ist: e* Nasserin eine vom Regen Nasse; Wortspiel für nassen ausnassen, abschmeicheln, e' Nasserin eine Zudringliche, Ausbeutende. 351. Dann hass ich Peter. Verwahrung gegen Unglaubwürdiges. 352. Er sitzt doi wie e' Schabbesbocher (oder: wie e' Ss'rore). 353. Schure d'mure d'kuchte (slov.). Parodie auf fremde Sprache; viell. vom Talmudischen: Schuri Ii mure d'duchla: Verzeihe mir, Herr Bürgermeister! 354. E' maisse kikele kaisse (slov.). Parodie auf eine Schauermär. 355. Ecke mecke stecke (slov.). Ein mit Kreide gezeichnetes, fünf quadratisches Ghanukahspiel; vgl. das Ecke-mecke-stecke-Haus in Hildesheim; offenbar so genannt wegen der ebenso geformten Holzpfosten an dessen Straßenfront. 356. E' Kadsche labbe (mähr.). Ein frommer Ignorant liest im Sabbatgebet: Kadsch-enü ... labenü, anstatt: kad-dschenu ... lib-benu. io. Sitte und Brauch. 357. Drei mol is' Jidengeracht. Viell. entstanden aus Mischnah Menach. 10, 3: Die Arbeiter der Omerernte riefen dreimal ostentativ den zuschauenden Städtern jede einzelne Verrichtung ihrer Arbeit zu: mip'ne hazadokim w'habaithussim, vgl. aller guten Dinge sind drei. Möglich aber auch: eine Korrumpierung der Sentenz: Drei Mon (Mann) ist Grunwald, Jahrb. f. jiid. Volksk.I. 24

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